Aarau
Neuer Glanz fürs Turnerheim

Der Stadtrat beantragt einen Baukredit von 4,28 Mio. Franken für die Sanierung der Zurlindenvilla.

Ueli Wild
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An seiner nächsten Sitzung wird der Einwohnerrat über den Kredit für die Sanierung der Zurlindenvilla zu befinden haben.

An seiner nächsten Sitzung wird der Einwohnerrat über den Kredit für die Sanierung der Zurlindenvilla zu befinden haben.

Ueli Wild

Kommt man von der Kasinostrasse her, liegt sie genau im Fluchtpunkt, auf der andern Seite der Bahnhofstrasse: Die Zurlindenvilla, zwischen 1850 und 1860 im spätklassizistischen Stil erbaut, gilt als eine der wichtigsten historischen Bauten Aaraus. Das 1963 unter kantonalen Denkmalschutz gestellte Gebäude an der Bahnhofstrasse 28 beherbergt die Geschäftsstelle des Schweizerischen Turnverbands (STV), weswegen es auch als Turnerheim bezeichnet wird. Seit 1928 ist es im Besitz der Einwohnergemeinde Aarau.

Nettoinvestition von 2,875 Mio.

Der Stadtrat schlägt nun eine Sanierung der Gebäudehülle und des Haustechnikbereichs – exklusive Gasheizung – vor. Eine Gebäudeanalyse hat vor sechs Jahren gezeigt, dass in diesen Bereichen Sanierungsbedarf besteht. Der Grundsubstanz des Gebäudes wurde dagegen ein guter Zustand bescheinigt. Der Stadtrat beantragt dem Einwohnerrat nun einen Baukredit von 4,28 Mio. Franken zuzüglich teuerungsbedingter Mehrkosten. Berücksichtigt man die Beiträge des Schweizerischen Turnverbandes, der kantonalen und der eidgenössischen Denkmalpflege sowie, in geringerem Ausmass, aus dem Gebäudeprogramm, verbleiben der Stadt Nettokosten von rund 2,875 Mio. Franken.

Die Villa wurde 1928 als Teil der Zurlinden-Stiftung der Stadt geschenkt – mit der Auflage, dass sie dem heutigen STV zu Nutzniessung überlassen werde. Diese Bestimmung fand später auch Eingang in den aktuellen Dienstbarkeitsvertrag zwischen Stadt und STV. Gemäss diesem Vertrag müssen Kosten für Massnahmen, die über den ordentlichen Unterhalt hinausgehen, von der Stadt getragen werden. Der STV ist dafür verpflichtet, die Zinsen für die Kapitalschulden zu berappen. An die Kosten der Sanierung selber hat der STV, der in Aarau rund 45 Personen beschäftigt, eine Pauschale von 250 000 Franken und 723 000 Franken für die Büroausstattung beizutragen.

Sämtliche Zimmer der Villa sollen denkmalgerecht restauriert werden. Dabei liegt das Schwergewicht auf drei besonders wertvollen Räumen: der Zurlindenstube, einem Salon und dem prunkvollen Treppenhaus. Die umfassenden Wiederherstellungsarbeiten erlauben es, hier das Maximum an Subventionen, insbesondere des Bundes, einzufordern. Einzig in diesen drei Räumen sollen alte Oberflächen und Farben freigelegt werden. In einigen Räumen wurden laut restauratorischem Untersuchungsbericht unter späteren Farbschichten hervorragende Malereien gefunden, die freigelegt werden könnten.

Besuchern zugänglich machen

Dass die restauratorischen Arbeiten auf das Treppenhaus und zwei Räume im Erdgeschoss konzentriert werden, macht es auch möglich, dass die interessantesten Teile der Villa künftig besichtigt werden können, ohne dass der Bürobetrieb gestört wird. Eine mindestens teilweise Öffnung der Villa für die Öffentlichkeit ist laut Bericht und Antrag des Stadtrates vorgesehen und soll in einer separaten Vereinbarung zwischen dem STV und der Stadt geregelt werden.

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