Das Thema «Tempo 30 auf Quartierstrassen» kommt in Unterentfelden wieder aufs Tapet: Der Gemeinderat hat beschlossen, der Gemeindeversammlung vom 3. Dezember 2018 ein Kreditbegehren für die Einführung von Tempo 30 auf den Gemeindestrassen mit Ausnahme der Suhrenmatt- strasse zu unterbreiten. Das geht aus einer Medienmitteilung der Gemeinde Unterentfelden hervor. Zur Höhe des Kredits macht diese keine Angaben.

Die rund 1 Kilometer lange Suhrenmattstrasse, auf welcher die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auch künftig 50 km/h betragen soll, verbindet die Hauptstrasse über den Kreisel beim Coop am Schinhuetweg mit der Suhrerstrasse (auf Suhrer Boden: Bernstrasse West). Einzig der nordwestlichste Abschnitt der Suhrenmattstrasse tangiert, abgesehen von drei Parzellen im Bereich zwischen Uerke und Suhre, eine Wohn- beziehungsweise eine Wohn- und Arbeitszone. Etwa drei Viertel der Strasse verlaufen entlang einer Arbeitszone.

Tempo 30 im Bereich «Schule»

Es gab vor Jahren in Unterentfelden schon einen Versuch, Tempo 30 flächendeckend einzuführen. Dieser scheiterte indessen an der Urne. Einzig im Gebiet «Schule» besteht seit 2012 eine – relativ ausgedehnte – vom Gemeinderat verfügte Zone 30, die ungefähr den Raum zwischen Neufeldstrasse, Weiherstrasse, Eppenbergstrasse und Hauptstrasse abdeckt. Diese Massnahme hat sich, wie die Gemeinde schreibt, bewährt. Der Gemeinderat sah sich seither wiederholt mit Begehren, die Tempo-30-Zone auch auf andere Wohnquartiere auszudehnen, konfrontiert. Eine Erweiterung ist aber nie erfolgt. In der Nachbargemeinde Oberentfelden dagegen wurden im Verlaufe der Jahre etappenweise praktisch überall Tempo-30-Zonen eingeführt.

2017 wieder thematisiert

Der neue Anlauf für eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 in Unterentfelden geht auf die Sommergmeind vom 29. Mai 2017 zurück. Mehrere Votanten, darunter FDP-Ortsparteipräsident Patrick Herzog, forderten damals eine Ausdehnung von Tempo 30 auf das ganze Gemeindegebiet. Auszunehmen, hiess es schon damals, seien einzig die Suhrenmatt- strasse und die Hauptstrasse. Bei letzterer handelt es aber ohnehin um eine kantonale Verbindungsstrasse.

Da das Geschäft nicht traktandiert war, konnte aus der Versammlung heraus lediglich ein sogenannter Überweisungsantrag gestellt werden. Mit diesem hätte der Gemeinderat aufgefordert werden können, das Begehren zu prüfen. Der unter dem Traktandum «Verschiedenes» eingebrachte Antrag scheiterte jedoch mit 27 Ja- gegen 43 Nein-Stimmen. Damit war er, weil nicht referendumsfähig, vom Tisch.

Die Befürworter von Tempo 30 um Patrick Herzog gaben jedoch nicht auf. Es bildete sich in der Folge ein Komitee, das die Situation mit einem Verkehrsingenieur zusammen analysierte. Befund: Tempo 30 lasse sich mit minimalem Aufwand und demzufolge mit geringem Kostenaufwand einführen. Von den Parteien unterstützen mindestens die FDP und die SP die Initiative des Komitees. Tempo 30, liess die FDP Ende November letzten Jahres verlauten, trage massgeblich dazu bei, die Folgen von Verkehrsunfällen zu mildern. Die Massnahme reduziere zudem die Lärmbelastung und führe zu einer Aufwertung der Wohnlage.

Initianten starteten Umfrage

Wie der Medienmitteilung der Gemeinde zu entnehmen ist, haben die Initianten inzwischen «dem Gemeinderat eine mögliche Ausgestaltung vorgelegt» und eine Umfrage lanciert, «um zu erfahren, ob in der Bevölkerung überhaupt ein Interesse für Tempo 30 vorhanden ist». Die Resonanz, heisst es in der Mitteilung, sei mit 120 Rückmeldungen «sehr positiv» ausgefallen.

Die letzte Gemeinde in der Region Aarau, die Tempo 30 vor die Gmeind brachte, war Gränichen. Mehrere Petitionen waren dort der Auslöser gewesen. Das Thema wurde an Versammlungen intensiv und zum Teil emotional diskutiert. Die Wintergmeind 2017 hiess einen Kredit für die Einführung von Tempo 30 in den Quartieren gut. Gegen diesen Beschluss wurde jedoch erfolgreich das Referendum ergriffen. An der Urne ging Tempo 30 dann mit 1697 Nein gegen 1080 Ja deutlich bachab.