Aarau

Neuer Anlauf für Einrichtungs-Konzept in der Stadtkirche gestartet

David Reichart an der Stehkanzel aus dem Jahr 1967.Katja Schlegel

David Reichart an der Stehkanzel aus dem Jahr 1967.Katja Schlegel

Ein erstes Projekt zur Innenraumumgestaltung der reformierten Kirche stiess in der Gemeinde auf Widerstand. Jetzt nimmt die Kirchenpflege einen zweiten Anlauf. Jetzt sollen Experten beim Planen helfen.

Da hatte die Kirchenpflege der reformierten Kirche Aarau die Rechnung ohne ihre Gemeinde gemacht: Um die Inneneinrichtung der Stadtkirche zu vereinheitlichen, beauftragte sie letztes Jahr eine Künstlerin mit der Neugestaltung von Kanzel und Abendmahltisch.

«Unsere Kirche ähnelt zusehends einem Mehrzweckraum denn einer Kirche. Wir wollen diesem schönen, schlichten Raum wieder den Charakter zurückgeben, den er verdient», sagt David Reichart, Kirchenpfleger und Präsident der Arbeitsgruppe Kircheninnenraumgestaltung.

Doch mit dem zielstrebigen Vorgehen stiess die Kirchenpflege auf Widerstand bei den Mitgliedern der Kirchgemeinde.

Gemeinde fühlte sich übergangen

Im Dezember schien alles unter Dach und Fach: Die Entwürfe für den neuen Abendmahltisch und die Kanzel waren erarbeitet, eine Visualisierung fixfertig.

Der Abendmahltisch wäre mit einem Holzkorpus mit einer Beschichtung aus Alu-Kupfer-Legierung ersetzt worden, aus den gleichen Materialien wäre auch die Kanzel entstanden. Der Kredit für die Möbel hätte an der Sommergmeind traktandiert werden sollen.

Doch einige Kirchgemeindemitglieder fühlten sich von der Arbeitsgruppe vom Entscheid ausgeschlossen, weil kein Auswahlverfahren mit mehreren Künstlern ausgeschrieben worden war, andere wollten alles beim Alten belassen, und Dritten gefiel zwar die Idee einer Umgestaltung, aber die Entwürfe nicht.

Um die Kirche im Dorf zu lassen, beschloss die Kirchenpflege, den ersten Anlauf zur Innenraumumgestaltung abzubrechen.

Zweiter Anlauf mit Experte

«Wir haben beim ersten Anlauf verpasst, uns von der Kirchgemeinde einen offiziellen Auftrag geben zu lassen», sagt Reichart. Deshalb sei man nun bedacht, die Gemeinde in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen und breit abzustützen: So wurden diesmal die Arbeiten von 15 Gestaltern angeschaut und vier für eine Besichtigung eingeladen.

Ausserdem wurde mit Kunsthistoriker Johannes Stückelberger ein Berater hinzugezogen. Auch Reto Nussbaumer, Leiter der Kantonalen Denkmalpflege, wirkt in der Arbeitsgruppe mit.

Zwei renommierte Architekturbüros sind nun gemeinsam mit Möbelgestaltern daran, Ideenskizzen zu erarbeiten. «Wir lassen den Gestaltern viel Freiraum, was und wie viel ersetzt wird», sagt Reichart. Schliesslich gehe es nicht um einzelne Möbelstücke, sondern um ein ganzheitliches Erscheinungsbild.

Die von der Kommission favorisierte Ideenskizze wird am 8. November an einer Infoveranstaltung vorgestellt, bevor die Kirchgemeindeversammlung am 4. Dezember über die Weiterbearbeitung entscheidet. Im Juni 2014 soll über den Kredit zur Ausführung der Projektstudie abgestimmt werden.

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