Seit dem 7. Dezember 2010 können die Autofahrenden die Neue Staffeleggstrasse benutzen. Somit gelangen sie vom Anschluss Rohr der Zubringer-Autostrasse von der A1 direkt über die neue Aarebrücke nach Biberstein, Küttigen-Nord und weiter über die Staffelegg.

Vor der Eröffnung der Neuen Staffeleggstrasse belastete dieser Verkehr insbesondere die Strassen durch Aarau und Küttigen.

Um die Auswirkungen der Neuanlage zu dokumentieren, hat das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) mit umfangreichen Verkehrszählungen vor und nach der Eröffnung der Neuen Staffeleggstrasse ein Monitoring durchgeführt.

Auf dem Kantonsstrassennetz haben über 20 Zählstellen die Verkehrsverlagerungen erfasst. Eine Zählstelle auf der Staffeleggstrasse ist permanent in Betrieb, wie das BVU schreibt.

Weitere Zählungen auf Gemeindestrassen in Küttigen, Aarau, Buchs und Biberstein haben diese Auswertungen noch präzisiert. In Aarau konnten umfangreiche Verkehrsdaten der Lichtsignalanlagen genutzt werden.

Auf der Lenzburgerstrasse in Buchs und der Tramstrasse in Suhr hat das BVU weitere permanente Zählstellen eingerichtet.

Die Erhebungen hat das BVU im März 2010 und vier Monate nach der Eröffnung im März 2011 - also noch vor den Umbauarbeiten am Anschluss Rohr - durchgeführt.

10'000 täglich über die neue Aarebrücke

Den südlichen Teil der Neuen Staffeleggstrasse über die neue Aarebrücke befahren bereits fast 10'000 Fahrzeuge pro Tag, den nördlichen Teil etwa 7'400. Die Kettenbrücke wurde mit 20 Prozent stark entlastet.

Auch die Mühlemattstrasse und die Tellistrasse müssen deutlich weniger Verkehr aufnehmen und der Stau hat sich dadurch deutlich reduziert.

In Küttigen ist der Verkehr auf der alten Kantonsstrasse um über 40 Prozent von 12'400 Fahrzeuge pro Tag auf 7'300  zurückgegangen.

Der Verkehr über die Aarebrücke Biberstein/Rohr hat von 3'200 Fahrzeugen auf 1'300 abgenommen. Ebenfalls deutlich abgenommen hat der Verkehr von Rupperswil nach Rohr und von Auenstein nach Biberstein.

15 Prozent mehr Lastwagenverkehr

Der tägliche Verkehr auf der Staffeleggstrasse von und nach Frick hat wie erwartet nur um etwa 10 Prozent zugenommen; mit 15 Prozent ist die Zunahme des Lastwagenverkehrs etwas grösser.

Damit weist die Gesamtverkehrsbelastung der betroffenen Gemeinden weiterhin ein für Hauptverkehrsstrassen tiefes Mass auf. Die Gemeinden des Staffeleggtals haben zur Abstimmung von Siedlung und Verkehr kommunale Gesamtpläne Verkehr (KGV) und einen gemeinsamen re-gionalen Sachplan "Verkehrsraum Staffeleggtal" erarbeitet.

Auf den Nebenachsen in Küttigen und im Gönhardquartier in Aarau waren keine ungewünschten Verkehrsverlagerungen festzustellen. Auf der Bibersteinerstrasse in Küttigen hat der Verkehr mit knapp 1'000 Fahrzeuge pro Tag oder 25 Prozent weniger zugenommen als befürchtet.

Eine Verkehrszunahme von 21 Prozent gab es auf der Neubuchsstrasse vom Anschluss Rohr nach Buchs. Weitere Zählungen auf der Lenzburgerstrasse, der Tramstrasse und der Bachstrasse haben jedoch gezeigt, dass dies kein Durchgangsverkehr ist.

Weitere flankierende Massnahmen geplant

Grundsätzlich würden die eingetroffenen Verkehrsverlagerungen gut mit den prognostizierten Werten übereinstimmen, so das BVU. Abweichungen könnten zumindest teilweise mit noch bestehenden Baustellen und der noch nicht erfolgten Teilsperrung des Ziegelrains in Aarau erklärt werden.

In Küttigen seien noch weitere flankierende Massnahmen auf der alten Kantonsstrasse und den Nebenachsen geplant, welche die Verkehrverlagerung auf die Neue Staffeleggstrasse begünstigen dürften.

Zusätzlich durchgeführte Lärmmessungen haben gezeigt, dass entlang der Neuen Staffeleggstrasse die Planungswerte überall eingehalten werden konnten. Im bestehenden Netz konnten keine wesentlichen Abweichungen zu den erwarteten Pegeländerungen beobachtet werden.

In Zusammenarbeit mit der AAR bus+bahn wurden die Ankunfts- und Abfahrtszeiten an den Haltestellen der Buslinie 1 nach Küttigen und der Buslinie 2 nach Rohr über jeweils 3 Wochen aufgezeichnet. Die Auswertung dieser Daten hat bestätigt, dass die Pünktlichkeit der Busse deutlich zugenommen hat.