Suhr
Neue Pausenplatz-Dächer fallen dem Rotstift zum Opfer

Der erste Voranschlag für die Neugestaltung des Schulareals Dorf war so hoch, dass der Gemeinderat ihn postwendend zurückschickte. Jetzt liegt die abgespeckte Variante vor.

Katja Schlegel
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Das Schulhaus Vinci wächst – bis Sommer 2017 müssen auch die Umgebungsarbeiten beim Neubau abgeschlossen sein.Chris Iseli

Das Schulhaus Vinci wächst – bis Sommer 2017 müssen auch die Umgebungsarbeiten beim Neubau abgeschlossen sein.Chris Iseli

Chris Iseli

Die Wunschliste für die Umgebungsgestaltung der Schulanlage Dorf war lang: Die einen wünschten sich neue Dächer für die Pausenplätze, andere neue Beläge, wieder andere einen Brunnen vor jedem Schulhaus, dazu viel Grün. Das Gesamtkonzept, das die Landschaftsarchitekten aus all den Wünschen erschufen, war gut. Aber Wünsche sind teuer. Und deshalb liess der erste Kostenvoranschlag den Suhrer Gemeinderat leer schlucken: Rund 4,3 Millionen Franken sollte alles kosten. «Ein Betrag, der für uns nicht tragbar gewesen wäre», sagt Gemeindepräsident Beat Rüetschi. Also schickte der Gemeinderat den Vorschlag postwendend zur Überarbeitung zurück. Die Mitteilung: Konzept gut, aber bitte abspecken.

Das Überarbeiten hat sich gelohnt: Der zweite Vorschlag ist mit 2,6 Millionen Franken deutlich tiefer, der entsprechende Kreditantrag kommt laut «Suhr Plus» im November an die Gmeind. «Das Konzept wurde reduziert, ohne dass es qualitätsmässig leidet», versichert Rüetschi. Grundsätzlich lasse sich sagen, dass verschiedene ältere, bestehende Elemente nicht ersetzt werden. So verzichtet das aktuelle Konzept beispielsweise auf die neuen Pausendächer, dafür werden die alten Dächer zwischen Doppelturnhalle und Bezirksschulhaus nicht ganz abgerissen. Auch werden die alten Bodenbeläge nicht ersetzt, sondern lediglich erweitert.

Luxus-Umgebung skizziert?

Eine Reduktion um 1,7 Millionen ist beachtlich. Haben die Landschaftsarchitekten im ersten Anlauf eine Luxus-Umgebung schaffen wollen? Rüetschi verneint, die Landschaftsarchitekten seien lediglich auf sämtliche Wünsche der Begleitgruppe eingegangen, bestehend aus Gemeinderat, Bauverwaltung, Hauswart, Lehrpersonen, Schulleitung und Schulpflege. «Dass bei vielen beteiligten Parteien auch viele Wünsche zusammenkommen, liegt in der Natur der Sache.»

In vier Schritten zum Ziel

Die Umgebungsgestaltung wird in vier Bauphasen umgesetzt:

1. Phase bis Sommerferien 2017: Umgebung Schulhausneubau Vinci, Vorhof des Bezirksschulhauses westseitig, Rundweg und Bepflanzung der Schulwiese

2. Phase nach Sommerferien 2017: Umgestaltung Bez-Pausenplatz und Platz zwischen Bez-Schulhaus und Schulhaus Ost

3. Phase nach Beendigung Phase 2: Erstellung Pausenplatz Schulhaus Ost und Vorplatz Südeingang

4. Phase im Herbst 2017 (voraussichtlich): Der Bau der Promenade bis zur Verwaltung erfolgt im Zuge der Sanierung der Tramstrasse. Diese obliegt dem Kanton, der Start ist auf Herbst 2017 geplant.

Ausserdem könne selbst beim 4,3-Millionen-Vorschlag nicht von einer Luxus-Variante die Rede sein: «Der Richtwert für eine Pausenplatzgestaltung liegt bei 220 Franken pro Quadratmeter», so Rüetschi. Bei der stattlichen Grösse des Areals von 19 000 m2 würde das einem Batzen von 4,18 Millionen entsprechen. «Heute liegen wir bei 136 Franken pro Quadratmeter und damit deutlich unter dem Richtwert», so Rüetschi. Und doch sei auch das abgespeckte Konzept so, dass die Begleitgruppe nach wie vor damit einverstanden ist.

Das abgespeckte Konzept sieht unter anderem folgende Elemente vor: Die Pausenplätze des Primarschulhauses Vinci und des Bez-Schulhauses werden mit niedrigen Mauern eingefasst, die als Sitzgelegenheiten dienen und bei Geh- und Zufahrtswegen bodeneben abgesenkt werden. Ein niedriger Mauerabschluss wird auch zur Promenade (Tramstrasse) hin erstellt. Der Fuss- und Zufahrtsweg zwischen Schulhaus Vinci/TBS und Bezirksschulhaus wird neu erstellt. Die Verbindung Ost-West im Bereich Pausenplatz Bez-Schulhaus wird aus dem bestehenden Belag geschnitten. Seitlich wird das bestehende Belagsfundament belassen und mit Schotterrasen ergänzt. Bestehen bleiben auch der Steinhügel und die verschiedenen Brunnen bei den Schulhäusern. Nach der Sanierung der Tramstrasse wird die Baumallee vom Dorfmuseum bis zur Gemeindeverwaltung gepflanzt.

Gmeind vom 24. November Kreditantrag über 2,6 Millionen Franken, wobei 500 000 Franken davon bereits mit Ausführungskredit für Schulhaus Vinci vom Stimmvolk bewilligt worden sind.

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