Gränichen
Neue Mehrzweckstreifen: Die Verwirrung hält sich in Grenzen

Der Test-Mehrzweckstreifen bei der Mattenstrasse verschwindet, der an der Mitteldorfstrasse bleibt und wird mit Signaltafeln und Farbe auffälliger gestaltet.

Katja Schlegel
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Die Einmündung der Mattenstrasse in die Kantonsstrasse.

Die Einmündung der Mattenstrasse in die Kantonsstrasse.

Mehrzweckstreifen haben so ihre Tücken. Zwar bringen sie allen Verkehrsteilnehmern Vorteile und mehr Sicherheit – doch da liegt die Krux: Wer den Mehrzweckstreifen wie nutzen darf, wissen längst nicht alle.

In Gränichen wurden in den letzten Monaten zwei solche Mehrzweckstreifen getestet. Einer an der Mitteldorfstrasse (zwischen Post und Valiant Bank), einer bei der Einmündung Mattenstrasse (Coop-Tankstelle). Dieser Test erfolgte im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten für eine umfassende Sanierung der gesamten Kantonsstrasse auf einer Länge von 2,2 Kilometern (von der Nordstrasse bei der Jowa bis zum Knoten Oberfeld, Abzweigung Fussballplatz Zehndermatte).

125 Rückmeldungen auf Umfrage

Die Testphase wurde einerseits mit Videoaufnahmen begleitet, andererseits wurde eine Umfrage durchgeführt (Laufzeit von Mitte Juni bis Mitte Juli, verlinkt über die Homepage der Gemeinde Gränichen). Teilgenommen haben an der Umfrage rund 115 Personen. «Weil es sich bei den Mehrzweckstreifen um eine neuere Verkehrsführung handelt, wollten wir von den Verkehrsteilnehmern auch ein direktes und subjektives Feedback erhalten», erklärt Projektleiter Mathias Blaser vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) das eher ungewohnte Mittel der Bevölkerungsumfrage bei Strassenprojekten.

Das Fazit nach der Auswertung von Videomaterial und Umfrage: Die Verwirrung hält sich in Gränichen in Grenzen; die Mehrzweckstreifen werden genutzt – wenn auch noch nicht ganz so effizient, wie die Planer sich das wünschen.

Mit Farbe und Signalen

Wie das BVU nun mitteilt, wird der Versuchsbetrieb auf der Mitteldorfstrasse angepasst und weitergeführt. Der Mehrzweckstreifen samt Fussgänger-Schutzinsel bei der Mattenstrasse verschwindet Ende September.

Bei der Mattenstrasse wurde die Schutzinsel für die Fussgänger in der Umfrage begrüsst. Jedoch ergab die Videoauswertung, dass der linsenförmige Mehrzweckstreifen von den ausfahrenden, in die Kantonsstrasse einbiegenden Fahrzeugen wegen der ungenügenden Sichtweite und der zu geringen Grösse der Fläche noch nicht so rege genutzt wurde, wie gewünscht. «Hingegen konnte eine Verbesserung beim Abbiegen in die Mattenstrasse beobachtet werden», so die Mitteilung des BVU. Die Fahrzeuge, welche vom Dorfzentrum herkommend bei der Coop-Tankstelle abbiegen, blockieren bei Gegenverkehr die Spur nicht mehr, der Verkehr nach Suhr fliesst flüssiger.

Die Wartezeit für abbiegende Fahrzeuge deutlich reduziert hat der Mehrzweckstreifen auf der Mitteldorfstrasse zwischen Post und Valiant Bank. Hier wurden die beiden Linksabbiegespuren zugunsten des einen Mittelstreifens aufgehoben. Auch die Umfrageteilnehmer äusserten sich laut BVU-Mitteilung grösstenteils positiv zur neuen Markierung. Trotzdem soll hier der Versuch weitergeführt werden, um die Akzeptanz und Leistungsfähigkeit weiter zu erhöhen. Diese sollen dank Hinweistafeln und farblicher Markierungen verbessert werden. «Wir haben viele Rückmeldungen von Verkehrsteilnehmern bekommen, dass nicht ganz klar ist, wie der Mehrzweckstreifen genutzt werden soll», sagt Mathias Blaser.

Um hier Abhilfe zu schaffen, werden nun in den einmündenden Strassen Signale mit der grafischen Darstellung der korrekten Nutzung aufgestellt. «In einem weiteren Schritt werden wir den Mehrzweckstreifen einfärben, um ihn optisch auffälliger zu machen», so Blaser weiter. Beide Neuerungen werden mit Videoaufzeichnungen beobachtet. «Uns ist es insbesondere ein Anliegen, dass wir mit dem Mehrzweckstreifen keine Konkurrenzsituation für die Fussgängerunterführung schaffen.» Bislang sei der Test-Mehrzweckstreifen von Fussgängern aber nicht genutzt worden.

Vorprojekt bis Ende 2018

Das Vorprojekt für die gesamte Strassensanierung soll bis Ende Jahr vorliegen. Danach muss die Finanzierung geklärt werden und das Projekt in die Vernehmlassung. Da werden die geplanten Elemente der Verkehrssicherheit, die Gehwegergänzung, die Attraktivitätssteigerung für den Radverkehr, die Verflüssigung des Verkehrs und die Verbesserung der Abbiegemöglichkeiten durch die Fachstellen geprüft. Im Rahmen des Sanierungsprojekts seien weiter gestalterische Massnahmen sowie ein lärmarmer Belag geplant.

Nicht Teil des kantonalen Projekts ist der Kreisel Oberfeld, dieser wird von der Gemeinde Gränichen finanziert.