Vielleicht kommt die Verzögerung der Stadion-Bauherrin HRS gar gelegen. Die FDP schreibt in ihrer Eingabe, die HRS sei vertraglich lediglich bis zum 31. Dezember 2019 verpflichtet, den Bau des Stadions in Angriff zu nehmen. Danach wäre sie von der Stadion-Verpflichtung entbunden. «Es besteht aufgrund der veränderten Ausgangslage (Wegfall Mantelnutzung, Plan B mit Hochhäusern) und der damit verbundenen zusätzlichen Planungsschritte ein hoher Zeitdruck», schreiben die Freisinnigen. Sie beantragen, dass der Stadtrat den Vertrag mit der HRS anpasst. Und zwar so, dass «eine Verpflichtung zum Bau des Stadions durch die HRS zu den bisherigen Konditionen für eine angemessene Frist über den 31.12.2019 hinaus verlängert wird».

Rockwell-Parkhaus ersetzen

Zudem regt die FDP an, unter den Wohntürmen oder dem Stadion ein Parkhaus zu planen – als Ersatz für das bisherige, sanierungsbedürftige Rockwell-Parkhaus (an der Florastrasse). Dieses könnte abgebrochen und an seiner Stelle ein öffentlicher Platz eingerichtet werden. Zudem möchten die Freisinnigen den Gewerbeanteil in den Hochhäusern von 10 auf mindestens 25 Prozent erhöhen.

Mit der Nutzung der drei Hochhäuser setzen sich auch die Sozialdemokraten auseinander. «Die Wohntürme stehen zu dicht, mit viel zu wenig Freiflächen drum herum, und sie sind mit 75 Metern zu hoch», schreibt die SP. So, wie das Projekt jetzt daherkomme, seien ein Drittel der Wohnungen nicht attraktiv. Deren Bewohner würden nur an die Fassade eines anderen Turms sehen.

SP will 30 Prozent günstige Wohnungen

Die Sozialdemokraten fordern nicht nur eine Reduktion der Turmhöhe, sondern auch mehr Freiraum und Erholungsflächen. Zudem sei das Projekt als 2000-Watt-Areal zu realisieren. Mehr noch: «Die Wohnungen in den Hochhäusern müssen bezahlbar bleiben», so die städtische SP. «30 Prozent der Wohnungen sollen im Rohbau an gemeinnützige Wohnbauträger abgegeben werden, die die Wohnungen nach dem Prinzip der Kostenmiete vermieten.» Sollte die SP mit ihren Forderungen durchkommen, gäbe es nur noch eine marginale Querfinanzierung. Das Stadion wäre – so wie es die HRS bisher darstellte – nicht zu finanzieren.

Während die Sozialdemokraten erklären, ein so grosses Projekt dürfe nicht in einer Hauruck-Übung angegangen werden, wie dies der Stadtrat vorsehe, gehen die Grünen noch einen Schritt weiter: Sie fordern eine Sistierung der Teiländerung der Bau und Nutzungsordnung (BNO). Die Frage der Stadionfinanzierung und die BNO-Änderung seien zu trennen.

Stadt soll Stadion-Areal kaufen

Die Grünen rufen den Stadtrat dazu auf, mit der HRS Verhandlungen zu führen, damit die Stadt das Baufeld 5 (Parzelle des Stadions) «für einen symbolischen Preis» kaufen könne. Anschliessend solle die Stadt in eigener Regie ein einfaches Super-League-taugliches Stadion realisieren.

Lesen Sie auch: