«Seit ich hier trainiere, kann ich viel besser laufen. Das Training macht einfach Freude», sagt Alice Schmid. Die 97-Jährige wohnt im Alterszentrum Mühlefeld in Erlinsbach SO. Das Mühlefeld liegt nah am Erzbach, der den aargauischen vom solothurnischen Dorfteil trennt, und ist das Altersheim beider Gemeinden. Mitte Juli wurde im Garten ein kleiner Fitnesspark eingerichtet, den die Bewohner einmal pro Woche mit Begleitung oder jederzeit selbstständig besuchen können.

Er wird seit der Einweihung rege genutzt. Es gibt Geräte, die die Schultern oder die Handgelenke stärken, für die Beine gibt es Sitzvelos. Anspruchsvoller ist eine Geschicklichkeitsübung, bei der eine Murmel mit den Füssen durch ein Labyrinth geführt werden muss.

Alice Schmid gefällt das ganze Programm. «Ich bin jeden Tag hier. Es ist schön, an der frischen Luft zu sein, und mir ist danach wohler in den Beinen. Nach dem Krampf muss ich mich dann aber auch erholen», sagt sie lächelnd und zieht sich zurück, um sich auszuruhen.

Mit 86 Jahren das Velo entdeckt

Susi Wittmer macht gerne die Balanceübung für die Hüften. Sie ist 88 und findet das Fitnessangebot eine tolle Sache: «Bewegung ist einfach wichtig. Das Training tut gut und ist lustig, weil wir es in der Gruppe machen können.» Ihre Lieblingsübung ist das Labyrinth.

«Das ist gut für die Füsse und das Gehirn. Wenn man weiss, wie es funktioniert, ist es leicht.» Monika Jaun, Leiterin der Pflege und Betreuung im Mühlefeld, betont, dass alle Bestrebungen zur Qualitätsverbesserung in der Gesundheitsförderung unterstützt werden: «Das A und O ist es, die Menschen zu motivieren, etwas für ihre eigene Gesundheit zu tun.

Dabei sollen auch die sozialen Aspekte nicht zu kurz kommen.» Der Fitnessgarten ist denn auch nur eine von zahlreichen Aktivitäten, an denen die Senioren teilnehmen können. Es gibt zum Beispiel Singen, gemeinsames Kochen oder spezielle Bewegungsangebote für Leute im Rollstuhl.

Die Geräte im Fitnessgarten können auch vom Rollstuhl aus benutzt werden. Für Auswärtige sind sie frei zugänglich. Die Idee dazu hatte Nathanja Buser. Die medizinische Masseurin regte das Programm an, um die Beweglichkeit zu erhöhen und damit Stürzen vorzubeugen. Finanziert wurden die Geräte aus dem Bewohnerfonds, in dem Spendengelder gesammelt werden für besondere Aktivitäten oder Anschaffungen.

Auch in Küttigen vier Trainingsgeräte

Auch das Seniorenzentrum Wasserflue in Küttigen hat vor einem Monat draussen vier Trainingsgeräte installiert. Finanziert hat die Anschaffung von gut 10 000 Franken der Unterstützungsverein des Senionenzentrums. «Bewegungsthemen erhalten auch bei uns Einzug», sagt Zentrumsleiter Alfred Brändli, «und die Geräte liegen im Trend.»