Ein Darlehen von 3 Millionen Franken beantragte die Platzgenossenschaft Brügglifeld (nicht der Verwaltungsrat des FC Aarau, wie die az am Dienstag in einem Kommentar schrieb) bei der Stadt Aarau für die Nachrüstung des alten Stadions Brügglifeld. Damit könnte das Entwässerungssystem des Platzes erneuert und eine Rasenheizung eingebaut werden. Beides verlangt die Swiss Football League im Hinblick auf die neue Saison, damit der FC Aarau die Lizenz für die Super League erhält.

Peter Gloor, Präsident der Platzgenossenschaft Brügglifeld, hält mit Blick auf die 3-Millionen-Forderung fest: «Die in den letzten Jahren getätigten Investitionen in Millionenhöhe haben wir immer über Darlehen von Banken und der Stadt Aarau finanziert. Diese Gelder wurden ordentlich verzinst und zurückbezahlt.»

Heute habe die Genossenschaft noch ein Darlehen von 2013 bei der Stadt Aarau offen, «dieses wird bis Anfang 2016 ordentlich amortisiert und sein». Damit wäre die Genossenschaft, die das Brügglifeld besitzt und an den FC Aarau vermietet, auf den ursprünglich vorgesehenen Termin für den Bezug des neuen Stadions im Torfeld Süd schuldenfrei.

FCA im Gespräch mit der Liga

Weil ein Anwohner das Projekt mit einer Beschwerde blockiert, verzögert sich der Stadionbau aber massiv, möglicherweise bis 2020. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, muss das Brügglifeld den Vorgaben der Swiss Football League (SFL) entsprechen. Roger Geissberger, Vizepräsident des FCA-Verwaltungsrats, wehrt sich gegen den Vorwurf, die Vereinsführung habe nicht mit der Liga verhandelt. «Ich selber hatte am vergangenen Freitag ein Meeting mit Claudius Schäfer, CEO der SFL.»

Peter Gloor ergänzt: «Am 17. September fand bei der SFL in Bern ein Meeting der Verbandsleitung mit den Stadioneigentümern der Super League und Challenge League statt.» Dort seien die Infrastruktur-Vorgaben der Liga «detailliert, offen und auch kritisch diskutiert worden». Die Stadioneigentümer hätten die Liga auf die Schwierigkeiten bei der Finanzierung der anstehenden Investitionen hingewiesen.

Nach diesen Gesprächen ist Geissberger zuversichtlich, dass der verlangte Einbau einer Rasenheizung nochmals ein Jahr verschoben werden kann. «Ich sehe eine Chance, dass wir an der Delegiertenversammlung vom 21. November eine Mehrheit dafür bekommen», sagt er. Geissberger macht aber klar, dass eine Ausnahmeregelung «nicht für sechs Jahre halten wird, bis wir ins Torfeld Süd einziehen können».

Drainage genügt nicht mehr

Auf jeden Fall schon auf die Saison 2015 hin nötig ist die neue Platzentwässerung. «Die Drainageleitungen sind 24 Jahre alt und stark verstopft», erklärt Geissberger. Die Liga habe den Platz untersucht und in einem Gutachten festgehalten, dass die Sanierung unumgänglich sei. «Dies allein kostet rund 1,4 Millionen Franken, und wenn man ans abgebrochene Spiel gegen Vaduz denkt, ist diese Investition auch nötig.»

Geissberger begrüsst die Initiative der Aarauer Stadtpräsidentin Jolanda Urech, via Städteverband bei der Liga auf weniger strikte Auflagen zu drängen. Wenn die SFL aber an der Rasenheizung festhalte, sollte diese aus Kostengründen besser zusammen mit der neuen Drainage eingebaut werden. «Es wäre sicher teurer, wenn der Platz zweimal aufgerissen werden müsste.»

Geissberger hofft aber noch immer, dass der Anwohner seine Beschwerde zurückzieht. «Wenn wir eine rechtskräftige Baubewilligung für das neue Stadion haben, können wir laut Reglement der Liga auf die Rasenheizung im Brügglifeld verzichten.»

Sollte dies nicht passieren, setzt Geissberger auf die Unterstützung durch Stadt und Kanton. Diese sollten «eine Infrastruktur zur Verfügung stellt, die der FCA mittels Miete bezahlt, wo Spitzenfussball im Aargau gespielt werden kann».

Dass der gesamte FCA-Verwaltungsrat zurücktreten würde, sollte keine dieser Lösungen zustande kommen, will Geissberger nicht als Drohung verstanden wissen. «Wir drohen nicht, sondern sind einfach nicht gewillt, die nächsten fünf bis sechs Jahre mit diesem zeitlichen und finanziellen Engagement in der Challenge League zu sein.» Geissberger betont, auch bei einem allfälligen Rücktritt drohe dem FC Aarau kein Scherbenhaufen. «Wir würden einen gut geführten schuldenfreien Verein übergeben.»