«Der Park des Kantonsspitals Aarau ist die grösste öffentlich zugängliche Parkanlage im Kanton und dient als Naherholungsgebiet für Menschen aus Aarau, Buchs und Suhr sowie für Besucher, Patientinnen und KSA-Personal. Mit seinem Alter, seinen vielen grossen Bäumen und seinen ökologisch wertvollen Flächen bietet der KSA-Park zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Lebensraum, darunter mehreren, die auf der Roten Liste stehen.» – Dies schreibt Einwohnerrat Daniel Ballmer (Grüne) in einer Anfrage an den Stadtrat betreffend den Neubau des Kantonsspitals und seine Auswirkungen auf den Park.

Ballmer befürchtet, dass die hohen Naturwerte des Parks zu wenig in die Überlegungen der Planer einfliessen werden. Der Verdacht liege nahe, schreibt er, «dass die gründlichen und ausführlichen Naturinventare, Schutzempfehlungen und Pflegepläne, die in den Neunzigerjahren für den Ersatz des Hauses 5 erstellt wurden, in einer Schublade verschwanden und für den anstehenden Neubau nicht konsultiert wurden». Falls Letzteres aber geschehen sei, stelle sich die Frage, warum beinahe die Hälfte der ökologisch wertvollen Flächen im Neubau-Perimeter liege. Ballmer will auch wissen, ob erhoben wurde, welche Naturwerte (alte Bäume, Wildpflanzen, Rote-Liste-Arten, bedeutende Brut- oder Rastplätze, bislang nicht erhobene Wirbellose) heute noch im Perimeter vorhanden sind. «Wissen alle Beteiligten davon, insbesondere die Wettbewerbsteilnehmenden?»

Ist der Krähenbaum in Gefahr?

Weiter soll der Stadtrat die Frage beantworten, wie gewährleistet werden kann, «dass die hohen Naturwerte bewahrt, artgerecht umgesiedelt oder notfalls adäquat ersetzt werden». Ob es bereits konkrete Schutz- respektive Umsiedlungspläne gebe, fragt Ballmer. Und: «Welche Vorgaben bestehen für den Wettbewerb zum Neubauprojekt bezüglich Bepflanzung und Biodiversitätsförderung, ökologischem Ausgleich und ökologisch wertvollen Ersatzflächen?» Sodann kommt Ballmer auf die alten Bäume zu sprechen. Das Fällen von solchen, schreibt er, berge immer das Risiko, «dass bislang unentdeckte Populationen gefährdeter Fledermaus- oder Käferarten gefunden werden und kurzfristig umgesiedelt werden müssen». Überdies will der Fragesteller wissen, ob ein Projekt im Rennen sei, «das den ikonischen ‹Krähenbaum› gefährdet, für dessen Schutz sich kürzlich zahlreiche Aarauerinnen und Aarauer eingesetzt haben». (az)