Die Aare ist im Bereich der «Kettenbrücke» bis zu fünf Meter tief. Und die IBAarau Wärme AG plant nun, drei Meter unter dem Flussgrund hindurch neue Leitungen zu verlegen.

Hintergrund ist der Neubau der Kettenbrücke in Form des «Pont Neuf» (frühestens ab 2019). Denn in der heutigen Brücke verlaufen Erdgas- und Trinkwasserleitungen, die das Gebiet Aarau Nord versorgen. Im «Pont Neuf» sind diese nicht vorgesehen – «aus technischen Gründen, da die Leitung teilweise nicht mehr zugänglich wäre», heisst es in der Planauflage, die bis 10. Oktober im Stadtbüro einsehbar ist. Und weil die Leitungen sonst während des Brückenbaus über die Hilfsbrücke gelegt werden müssten, was zusätzliche Kosten ohne späteren Nutzen verursachen würde.

Also will die IBA im Spülbohrverfahren je eine Erdgas- und Trinkwasserleitung unter der Aare hindurch verlegen. Spülbohrungen mache man immer in Fällen, bei denen Leitungsverlegungen im offenen Graben schwierig oder unmöglich seien, sagt IBA-Sprecherin Sandra Bläuer. «Eine Spülbohrung unter der Aare zu realisieren, ist aber bestimmt nicht alltäglich.» Die IBA rechnet mit Investitionskosten von insgesamt knapp 775'000 Franken. Die Anschlüsse an die bestehenden Leitungen nord- und südseitig der Aare sind mit einberechnet.

Im Norden kommt die Leitung ungefähr auf Höhe der Aarestrasse 7 ans Ufer, im Süden auf Höhe der Fussgängerquerung beim «Fretz»-Parkplatz.

Gebohrt wird von Süden her. Es sind teilweise Baumfällungen und Rodungen nötig. «Der IBAarau ist der Naturschutz bei all ihren Projekten wichtig», betont Sandra Bläuer. Es sind Neupflanzungen geplant – im Rahmen der Neugestaltung der Uferpromenade. Die IBA rechnet mit einem Baubeginn im kommenden November – sofern alle nötigen Bewilligungen vorliegen. Der Kanton hat sein Einverständnis bereits in Aussicht gestellt.

Obwohl an beiden Ufern gearbeitet wird, ist der Durchgang für die Fussgänger während der gesamten Bauzeit gewährleistet, es werde aber am Philosophenweg (Süden) und im Bereich Aarestrasse/Troxlerweg (Norden) zu Beeinträchtigungen kommen. Im Frühsommer 2018, also lange vor dem «Pont Neuf»-Baubeginn, sollten die Arbeiten abgeschlossen werden. Oberirdisch sind danach keine Bauten zu sehen.