Buchs/Suhr

Neu auch Fernwärme bis nach Suhr? Buchser Dampf für Emmi naht

Bei der Henz AG unterstösst die neue Fernwärmeleitung die Gränicherstrasse und folgt dann weiter der SBB-Linie in Richtung Oberentfelden bis zum Emmi-Komplex.

Bei der Henz AG unterstösst die neue Fernwärmeleitung die Gränicherstrasse und folgt dann weiter der SBB-Linie in Richtung Oberentfelden bis zum Emmi-Komplex.

Das Gesuch der Fernwärme Wynenfeld AG für den Ausbau der Ferndampfleitung im Süden von Suhr liegt auf

Seit letztem Sommer steht im Grundsatz fest, dass die Ferndampfleitung, die von der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs (KVA) bis zur Bernstrasse Ost in Suhr (Möbel Pfister) führt, bis zum Milchverarbeitungsbetrieb der Mittelland Molkerei (Teil der Emmi-Gruppe) verlängert werden soll. Ein Teil der Kehrichtenergie der KVA wird in Form von Dampf an die Fernwärme Wynenfeld AG (Fewag) abgegeben. Diese versorgt mehrere Industriebetriebe und das Kantonsspital Aarau mit Dampf aus Buchs. Neu soll auch die Mittelland-Molkerei dazukommen. Das Gesuch für die Verlängerung der Leitung im Süden von Suhr liegt nun bis zum 6. Mai bei der Suhrer Bauverwaltung auf.

Genau genommen sind es zwei Baugesuche: Eines betrifft den Bereich, in welchem die Ferndampfleitung effektiv ausgebaut wird. Parallel zur neuen Leitung werden im gleichen Graben auch zwei Fernwärmeleitungen mitverlegt. Ab der KVA bis vor das Freibad Suhr bleibt das Dampfnetz im begehbaren Kanal bestehen und wird dann in der gleichen Leitungsdimension unterirdisch bis zur Mittelland-Molkerei geführt.

Die Leitung verläuft bis zur Abzweigung bei Möbel Pfister parallel zur bestehenden Leitung. Von hier an wird eine Linienführung entlang der WSB bis zur Bernstrasse Ost favorisiert. Die Leitung unterquert die Strasse und die SBB-Linie und folgt dann auf der Südseite der Bahnlinie, vorbei am Bahnhof und beim Henz-Areal unter der Gränicherstrasse hindurch, bis zur Emmi. Die technischen Betriebe Suhr (TBS), prüfen auch, ob ab der Emmi-Dampfleitung ein Fernwärmenetz für das Gebiet südlich der WSB gebaut werden kann.

Wie Fewag-Geschäftsführer Rolf Schumacher im November an der Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbandes für Kehrichtbeseitigung Region Aarau-Lenzburg erklärte, sieht der mit der Mittelland-Molkerei abgeschlossene Vertrag vor, dass die Fewag dieser 29 600 kW verkauft.

Heute wird der nötige Dampf mithilfe von Erdgas erzeugt. Dank dem Dampf aus der KVA soll der CO2-Ausstoss von heute 6500 Tonnen pro Jahr um 5000 Tonnen reduziert werden. Die Kosten für die 2,6 Kilometer lange neue Leitung dürften sich auf schätzungsweise über 7 Mio. Franken belaufen.

Das andere Gesuch behandelt den Bereich im Raum Wyna–Bernstrasse Ost, wo die bestehende Ferndampfleitung aus Sicherheitsgründen ins Erdreich verlegt werden soll. Dies, weil regelmässig Beschädigungen der Leitung bzw. der Dämmschicht vorkommen – wegen der dichten Bepflanzung und infolge von Vandalismus. Die bestehenden oberirdischen Leitungen inklusive Rohrbrücke über die Wyna werden komplett zurückgebaut. Auch hier werden zwei Fernwärmeleitungen mitverlegt. In diesem Bereich verläuft die Leitung, wie aus den Baugesuchsunterlagen hervorgeht, im Projektperimeter der Ostumfahrung Suhr.

Die Linienführung nimmt denn auch Rücksicht auf die Ostumfahrung. Die Leitungen lägen so tief, heisst es im technischen Bericht zur Baueingabe, dass die Fundationsschicht der geplanten Strasse erstellt werden könne, ohne dass die Umhüllung der Leitung tangiert werde. Die definitive Linienführung der Ferndampfleitung soll erst unmittelbar vor der Ausführungsplanung, zusammen mit den Planern der Ostumfahrung, definiert werden, da bei letzterer noch Anpassungen erwartet werden.

Autor

Ueli Wild

Ueli Wild

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