Es war im Dezember letzten Jahres, als am Suhrer Weihnachtsmarkt die Frage wieder auftauchte: «‹Procap›, was ist denn das?» Ahnungslos stand der Herr vor dem Stand der «Procap»-Sektion Aarau. Das sei der ehemalige Schweizerische Invaliden-Verband, erklärte man ihm dort. Jetzt war alles klar. «Ach so, dafür spende ich doch gerne», sagte der Mann und legte grosszügig ein Nötli in die Kasse.

Das Wort «invalid» musste weg

Solche Szenen erlebt Renate Läderach regelmässig. Sie ist seit über einem Jahr Vizepräsidentin der «Procap»-Sektion Aarau, mit rund 400 Mitgliedern die grösste im Kanton. «Wir stellen immer wieder fest, dass der Name ‹Procap› bei der Bevölkerung noch nicht angekommen ist, was schade ist», so Läderach. «Wir müssen ständig erklären, wer wir sind.» Dies, obwohl es den neuen Namen schon seit zwölf Jahren gebe.

Der Schweizerische Invaliden- Verband (SIV) hatte sich 2002 in «Procap – für Menschen mit Handicap» umbenannt. Man wollte das diskriminierende Wort «invalid» aus dem Namen entfernen, wie der Verband damals erklärte. Das ist zwar gelungen. Unter dem neuen, englischen Namen büsste die Behindertenorganisation aber an Bekanntheit ein.

Die Sektion Aarau will sich deshalb stärker in der Öffentlichkeit zeigen und organisiert am kommenden Sonntag in der reformierten Kirche Gränichen ein Benefizkonzert. «Six in Harmony» singen Klassiker der legendären Comedian Harmonists («Mein kleiner grüner Kaktus»). Der Eintritt ist frei, der Erlös geht an die Aarauer Procap-Sektion. Mit den Einnahmen organisiert der Vorstand um Renate Läderach gesellige Anlässe, um den Alltag von Menschen mit Behinderung zu bereichern.

Benefizkonzert: Sonntag, 22. Juni, 17 Uhr, reformierte Kirche Gränichen.