Stadtrat
Namenswechsel der IBAarau in Enwia soll neue Marktpotenziale eröffnen

Der Stadtrat Aarau erklärt, warum er die eine Million Franken teure Aktion gut findet.

Urs Helbling
Merken
Drucken
Teilen
Der Stadtrat begrüsst die Umbenennung.

Der Stadtrat begrüsst die Umbenennung.

Urs Helbling

Die für die Öffentlichkeit überraschende Ankündigung, die IBAarau werde sich ab Januar Eniwa nennen, sorgte für einigen Gesprächsstoff. Einwohnerrat Christian Oehler (FDP) versuchte mittels einer parlamentarischen Anfrage herauszufinden, was die Beweggründe des weitgehend stadteigenen Energiedienstversorgers sind. Erkenntnis Nummer 1: «Ja, der Stadtrat hat dem Namenswechsel zugestimmt», steht in der Antwort zur Anfrage. Die Neubenennung erfordere unter anderem eine Anpassung der Statuten. Dafür sei die Generalversammlung zuständig. Dort hat die Stadt 95 Prozent der Stimmen.

Weshalb hat der Stadtrat dem Namenswechsel zugestimmt? Die Energiebranche befinde sich in einem tiefgreifenden Wandel. «In einem liberalisierten Markt braucht es ein klares Markenprofil», schreibt der Stadtrat. Die Gründe für einen neuen Markenauftritt seien aus Sicht des Stadtrates plausibel.

In welchem Horizont erwartet man den Return on Investment der Million Franken für den neuen Namen? «Ein Return on Investment kann für eine Namensänderung kaum gerechnet werden. Wichtiger als Einsparungen sind die neuen Marktpotenziale, die sich mit dem neutralen Namen Eniwa realisieren lassen», so der Stadtrat. Neutral in dem Sinne, dass keine geografische Bezeichnung (Aarau) mehr im Namen vorkommt. Denn die IBAarau erwirtschaftet nur einen Drittel des Umsatzes in der Stadt, zwei Drittel in der Region.

Festhalten an Alpiq-Beteiligung

Neben der Anfrage von Christian Oehler musste der Stadtrat auch zu einer Eingabe von Alexander Umbricht (Grünliberale) Stellung nehmen. Ihn interessierte vor allem das Schicksal des Aktienpaketes, das die IBAarau (und damit mehrheitlich die Stadt) an der kriselnden Firma Alpiq hält. Die Stadt selber hat direkt keine Aktien. Die Alpiq-Papiere der IBA sind zum Einbringungswert von 30,565 Millionen Franken in den Büchern. Ende letzten Jahres hatten sie einen Kurswert von 47,2 Millionen Franken. Es warne laut Umbricht auch schon rund 300 Millionen Franken – also massiv mehr. Zudem hat die IBAarau der Alpiq ein Darlehen von 10 Millionen Franken gewährt. Die Insolvenzgerüchte rund um Alpiq scheinen den Stadtrat – darauf lässt die Tonalität der Antworten auf Umbrichts Frage schliessen – nicht besonders zu beunruhigen. Er betont die strategische Bedeutung der Alpiq-Beteiligung für die IBA. Auch der Konzernprüfer betrachte sie «als betriebswirtschaftlich und energiepolitisch (Versorgungssicherheit) notwendig».