Aarau
Nachwuchstalente auf Torejagd im Schachen

Am Juniorencamp auf der Sportanlage im Schachen treffen die Fussballprofis von heute auf die Stars von morgen.

Manuel Bühlmann
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Wo das Testspiel stattfinden wird, ist noch nicht sicher. In Baden jedenfalls nicht.

Wo das Testspiel stattfinden wird, ist noch nicht sicher. In Baden jedenfalls nicht.

Die Spieler des FC Aarau posieren für den Fotografen. Einige sitzen auf der Bank, die anderen stehen dahinter, routiniert setzen sie sich in Szene. Ein ganz normales Mannschaftsbild könnte man meinen – wenn mitten unter ihnen nicht die kleinen Fussballer in die Kamera schauen würden. Etwas scheu, aber stolz und mit strahlenden Gesichtern sitzen die Junioren neben ihren Vorbildern.

Nach dem Erinnerungsfoto geht es für die Nachwuchsfussballer wieder zurück zum Training im Aarauer Schachen. Die Profis mischen sich unter die Junioren, geben Tipps, spielen zwischendurch selber mit und binden den Kleinsten auch mal die Schuhe, wenn es nötig ist.

Hype um Juniorencamps

Fast 300 Knaben und Mädchen im Alter zwischen 6 und 14 Jahren nehmen in dieser Woche am Juniorencamp des FC Aarau teil, welches bereits zum 17. Mal stattfindet. Die Teilnehmerzahlen hätten in den vergangenen Jahren allerdings etwas abgenommen, sagt OK-Präsident Thomas Valli. Grund dafür sind die zahlreichen ähnlichen Angebote anderer Vereine in der Region. Die Konkurrenz ist gross. «In letzter Zeit hat es einen richtigen Hype um die Juniorencamps gegeben», sagt Valli.

Doch auch so ist der Aufwand für den FC Aarau beachtlich. 23 Trainer sind engagiert, welche die Kinder den ganzen Tag betreuen. 120 Liter Tee pro Tag und ein geheiztes Zelt sorgen beim zeitweise nasskalten Wetter für die nötige Aufwärmung. «Der Aufwand lohnt sich aber schon deshalb, weil wir den Kindern eine Woche Spiel, Spass und Sport bieten können», findet Valli.

Die grosse Schwester als Vorbild

Raya Keller ist eines von 17 Mädchen, die an der Trainingswoche teilnehmen. Die 12-Jährige spielt beim FC Erlinsbach und kommt aus einer fussballverrückten Familie. Bereits ihr Vater habe gespielt und ihr jüngerer Bruder trainiere zusammen mit ihr im Camp, erzählt sie. Ihr sportliches Vorbild ist aber ein anderes Familienmitglied: Die ältere Schwester Lara spielt beim SC Kriens und in der A-Nationalmannschaft. «Ich habe schon oft mit ihr gespielt. Wann immer ich kann, schaue ich mir ihre Matches im Stadion an.»

Karriereziel Fussballprofi

Zum ersten Mal im Camp dabei ist Mehmet Zyberaj. Der Stürmer vom FC Gontenschwil zählt mit seinen 14 Jahren bereits zu den Ältesten. «Ich habe hier viel Neues gelernt, zum Beispiel, wie ich den Ball besser annehmen kann», sagt Zyberaj. Nach der Woche im Aarauer Fussballcamp ist er seinem Traum wieder ein kleines Stück näher gekommen. Denn Mehmet Zyberaj hat ambitionierte Ziele: «Ich möchte Fussballprofi werden.»