Aarau

Nachts werden auf der Baustelle sogar Laternen geklaut

Strassenverkehr, Fussgänger, Bauarbeiter – nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme kommen alle aneinander vorbei.

Strassenverkehr, Fussgänger, Bauarbeiter – nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme kommen alle aneinander vorbei.

Vandalen und Ungeduldige machen es den Arbeitern auf der Grossbaustelle am Bahnhof Aarau nicht immer einfach. Was für den Bauführer ärgerlich ist, kann für Passanten lebensgefährlich sein.

Aarau bekommt einen neuen Bahnhofplatz mit Bushof. Daneben werden verschiedene Unterführungen saniert sowie die Zufahrten zum Bahnhof-Parking angepasst. Die Arbeiten werden bis im Frühsommer 2013 dauern. Der Endspurt hat begonnen, zurzeit wird an mehreren Teilbereichen des Projekts gleichzeitig gebaut. Entsprechend hektisch geht es am Bahnhof zu. Behinderungen für Fussgänger und Autofahrer lassen sich nicht vermeiden.

«Unsere Baustelle,die zurzeit ja wirklich etwas chaotisch ist, wird täglich von mehreren tausend Leuten passiert. Die überwiegende Mehrheit von ihnen benimmt sich so, wie man das von ihnen erwartet. Sie zeigen Verständnis für unsere Arbeit und behindern uns in keiner Weise», bekräftigt Alexander Stritt, der als Bauführer von Implenia unter anderem auch für die Sicherheit der Mitarbeitenden und Passanten zuständig ist.

Kann für Passanten lebensgefährlich sein

Leider gibt es auch die andere Seite der Medaille: «Wir kämpfen an zwei Fronten. In der Nacht werden von irgendwelchen Leuten bestehende Abschrankungen und Absperrungen einfach beiseitegeschoben oder demoliert, um auf direkterem Weg direkt ans Ziel gelangen zu können. Für uns ist das ärgerlich, für Passanten kann es lebensgefährlich sein», sagt Stritt und verweist auf die vielen, oft leicht versteckten Hindernisse und Baugruben. Nicht nur Abschrankungen und Absperrungen werden nachts entfernt, sondern auch Teile der Baustellenbeleuchtung: «Lampen werden immer wieder demoliert oder sogar geklaut», klagt der Bauführer.

Besonders Eilige gibt esauch am Tag. Alexander Stritt und seine Leute sehen immer wieder Passanten, denen die signalisierten Wege zu lang sind. Sie rennen im Gegenverkehr auf der Bahnhofstrasse zur Bushaltestelle oder suchen eine Abkürzung zwischen den Baumaschinen von Implenia: «Das ist nicht nur unvernünftig, sondern im höchsten Mass lebensgefährlich. Wir sind zwar auf dieser Baustelle besonders vorsichtig und haben sogar zusätzliche Leute eingesetzt, welche auf die Passanten achten. Was aber, wenn wir eine Person nicht bemerken, die durch eine für den Materialtransport geöffnete Absperrung direkt hinter einen Bagger rennt und der sich gerade dann dreht?»

Fussgänger und Autofahrer verlieren Geduld

Alexander Stritt ist sich bewusst, dass die Grossbaustelle mit den stetigen Behinderungen und oft wechselnden Wegen für die Passanten nicht angenehm ist. Er weist jedoch darauf hin, dass Implenia nicht baut, um Leute zu ärgern: «Was wir hier machen, geht beim besten Willen nicht ohne gelegentliche Behinderungen. Aber wir bauen ja für die Bevölkerung, damit sie es dereinst noch einfacher und bequemer hat als bisher.» Kommt dazu, dass die zwei Dutzend Implenia-Bauarbeiter zwischen Strassenverkehr und zirkulierenden Fussgängern keinen einfachen Job verrichten müssen: «Auf der grünen Wiese zu bauen wäre deutlich einfacher und ungefährlicher», hält Stritt fest.

Nicht nur Fussgänger verhalten sich am Bahnhof gelegentlich unvernünftig, auch Autofahrer verlieren immer wieder die Geduld. Die eindeutigen Gesten und die Schimpfworte, die etwa aus geöffneten Autofenstern zu hören sind, kann Alexander Stritt noch verschmerzen: «Da hören und sehen wir einfach nicht hin.» Mehr Sorgen machen ihm jene Autofahrer, die trotz Rotlicht weiterfahren und dann auf der Einbahnstrasse im Baustellenbereich die entgegenkommenden Busse aufhalten. Ungeduldige Autofahrer machen gelegentlich auch die Baustellentransporte mühsam: «Unsere Lastwagen müssen oft lange warten, bis sie auf die Strasse fahren können. Da wären wir um etwas mehr Rücksicht wirklich froh», sagt Stritt.

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