Aarau

Nach wüster Schlägerei: Darum kommt es immer wieder zu Gewalt unter Flüchtlingen

Schon wieder die Eritreer?

Schon wieder die Eritreer?

Erneut haben am Wochenende am Bahnhof Aarau alkoholisierte Eritreer gepöbelt und die Polizei beschäftigt. Wieso immer wieder solche Vorfälle?

Erneut lieferten sich betrunkene Eritreer eine wüste Schlägerei am Aarauer Bahnhof. Ein Seelsorger sieht die Ursache vor allem in der Mischung von Alkohol und Fluchttrauma.

Am Freitagabend kam es in der Unterführung des Bahnhofs Aarau zu einer Schlägerei zwischen mehreren Eritreern. Mit Latten, Fäusten und Steinen prügelten die beiden Gruppen junger Männer aufeinander ein. Fünf von ihnen im Alter von 17 bis 19 Jahren wurden verhaftet.

Das ist nicht der erste Fall, in dem Streitigkeiten zwischen Eritreern die Polizei auf Trab hält. Erst im September sorgte eine Massenschlägerei an einer eritreischen Hochzeit für Aufsehen. Rund 50 Personen prügelten sich in der Auenhalle in Rohr, 25 Polizeipatrouillen aus dem ganzen Kanton Aargau mussten aufgeboten wegen, um die Situation zu beruhigen.

Der Grund für die Gewalt ist dabei meistens der gleiche: "Praktisch immer ist Alkohol im Spiel", sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei, gegenüber "Tele M1". Offenbar würden sie unter Alkoholeinfluss dazu neigen, Streit zu suchen, Schlägereien anzuzetteln und mit massiver Gewalt aufeinander loszugehen.

Alkoholmissbrauch aus Langeweile

Auch unter Flüchtlingen am Aarauer Bahnhof ist bekannt, dass junge Eritreer übermässig viel trinken. Das grosse Problem sei, dass die meisten nichts zu tun haben und niemand sie beschäftigt, schildert ein junger Flüchtling. Diese These bestätigt auch eine weitere Asylsuchende: "So viele trinken Alkohol, weil ihnen langweilig ist, wenn sie den ganzen Tag zu Hause sitzen müssen."

Hinzu kommt laut "Tele M1", dass in der Schweiz Spirituosen sogar billiger als Brot sind, was sich viele junge Eritreer aus ihrem Heimatland nicht gewohnt sind. Der Missbrauch von Alkohol ist vermischt mit dem Trauma der Flucht eine gefährliche Mischung, warnt Yosief Mussie Zerai, der selber aus Eritrea stammt und als Seelsorger afrikanische Flüchtlinge in der Schweiz betreut. "In ihrem Innern haben sie grossen Stress und die Aggression kommt nur an die Oberfläche, wenn sie trinken." 

Eine Lösung sieht er darin, den Flüchtlingen mehr psychologische Betreuung anzubieten, um ihr Trauma verarbeiten zu können.

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