Nacheinander haben am Freitag Stadträtin Regina Jäggi (59, SVP) und vorgestern Stadtpräsidentin Jolanda Urech (63, SP) ihren Rückzug aus der Kommunalpolitik angekündigt. Mit neuen Kräften zu besetzen sind also – Stand jetzt – zwei Sitze in der Aarauer Exekutive plus das Präsidium.

Die az wollte von allen bisherigen Stadträten wissen, ob sie überhaupt Lust hätten, wieder anzutreten – und ob eine Kandidatur für das Stadtpräsidium infrage käme. «Ja, ich möchte dem Stadtrat für weitere vier Jahre angehören und werde im Herbst wieder antreten», sagt Werner Schib (45, CVP). Er hat erst eine Legislatur hinter sich. Bezüglich Stadtpräsidium ist noch kein Entschluss gefallen: «Ich werde – selbstverständlich zusammen mit meiner Partei – in den kommenden Wochen eine Kandidatur prüfen.»

CVP-Stadtrat Werner Schib: «Ja, ich möchte dem Stadtrat für weitere vier Jahre angehören und werde im Herbst wieder antreten.»

CVP-Stadtrat Werner Schib: «Ja, ich möchte dem Stadtrat für weitere vier Jahre angehören und werde im Herbst wieder antreten.»

Ähnlich klingt es bei Franziska Graf (45, SP): «‹Die Hoffnung stirbt zuletzt› – gemäss diesem Sprichwort habe ich mir bis vor ein paar Tagen gewünscht, dass Jolanda Urech für eine weitere Amtsperiode als Stadtpräsidentin kandidiert», sagt die Rohrerin, die wie Schib erst eine Amtsperiode hinter sich hat.

Die Neuigkeit vom Nicht-Wiederantritt Urechs habe sie erst vor kurzem erfahren. «Ich bedaure ihren Entscheid, nicht mehr anzutreten, weil sie eine herausragend gute Stadtpräsidentin ist, ich ihre Art sehr schätze und gerne mit ihr zusammenarbeite. Auf der persönlichen Ebene kann ich ihren Entscheid nachvollziehen und gut verstehen.»

Stadträtin Franziska Graf hat Lust und Energie für mehr – die Kraft holt sie sich zum Beispiel beim Segeln auf dem Hallwilersee.

Stadträtin Franziska Graf hat Lust und Energie für mehr – die Kraft holt sie sich zum Beispiel beim Segeln auf dem Hallwilersee.

Graf selber stellt sich «sehr gerne auch für die nächste Amtsperiode als Stadträtin zur Verfügung». Und als Stadtpräsidentin? «Eine Kandidatur für das Stadtpräsidium werde ich ernsthaft prüfen und bin im Gespräch mit meiner Partei. Die SP Aarau hat den Nominationsprozess gut aufgegleist und ist mitten im Auswahlverfahren.»

Angelica Cavegn Leitner (57, Pro Aarau) trat ihr Amt 2014 an. Sie hatte sich als frisch gewählte Stadträtin auch gleich das Vizepräsidium erobert – ein Erfolg für eine Politikerin, die keine starke Partei im Rücken hat. Cavegn sagte gestern gegenüber der az, sie wolle sich mit der Partei absprechen und noch nicht verraten, ob sie wieder antreten würde. Nominiert wird Anfang März.

Abtretende Stadtpräsidentin Jolanda Urech

Die abtretende Stadtpräsidentin Jolanda Urech erklärt ihren Rücktritt. (17. Januar 2017)

Die Aarauer Stadtpräsidentin Jolanda Urech tritt zurück: Nach nur vier Jahren übergibt sie das Amt. Warum, erklärt sie im Fokus.

Zurückhaltend sind auch die beiden FDP-Stadträte. Hanspeter Hilfiker (51) geht gar nicht erst auf die Frage ein, ob er persönlich Lust auf eine zweite Legislatur hätte – er verweist stattdessen darauf, dass die Nominationen für den Stadtrat von der Stadtpartei vorgenommen werden, die heute Mittwoch Generalversammlung und am 22. März ihre Nominationsversammlung für den Stadtrat abhalte.

Lukas Pfisterer (44), der seit drei Amtsperioden im Stadtrat mitarbeitet, wird ein kleines bisschen konkreter – jedenfalls sagt er nicht, er trete nicht wieder an: «Ich führe zurzeit verschiedene Gespräche und werde das auch mit meiner Partei absprechen. Wir werden den Entscheid dann mitteilen, wenn er gefällt ist. Im Moment ist es noch zu früh dazu.»