Suhr
Nach tödlichem Unfall: «Polizei fehlt Personal für Verkehrs-Erziehung»

Eine 14-Jährige wird am Montag von einem LKW überrollt. Mit Verkehrs-Schulung in der Oberstufe könnten sich solche Unfälle vermeiden lassen – doch die Polizei habe dazu nicht genug Leute. Das sagt der Sprecher der Beratungsstelle für Unfallverhütung.

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Suhr steht unter Schock. Am frühen Montagnachmittag ist eine 14-jährige Bez-Schülerin mit dem Velo auf dem Heimweg. Bei einem Fussgängerstreifen wird sie von einem Lastwagen erfasst und überrollt – sie stirbt noch auf der Unfallstelle. Dort haben Mitschüler, Angehörige und Freunde am Dienstag um das verunglückte Mädchen getrauert.

So tragisch der plötzliche Tod, so brennend die Frage, wie so etwas hat passieren können. Oder wie sich solche Unfälle vermeiden lassen. Diese Frage stellte «Tele M1» in der Sendung «Fokus» dem Sprecher der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), Thomas Kramer. Verkehrserziehung sei wichtig, sagte er. Doch auch damit würden sich solche Unfälle nicht vollständig verhindern lassen.

Aber: «In der Oberstufe braucht es auch Verkehrserziehung», betont Kramer. Dafür sei grundsätzlich die Polizei zuständig. «Leider ist es so, dass diese in der Regel zu wenig Personal haben und sich deshalb vor allem auf Kinder im Kindergarten- und Primarschulalter konzentrieren.»

Ablenkung vermeiden, Rücksicht nehmen

Der Experte macht im Gespräch auf die wichtigsten Unfallverhütungsmassnahmen aufmerksam. Eine der grössten Gefahren sei Ablenkung – für Velofahrer, Autolenker und Fussgänger gleichermassen. Der Blick aufs Smartphone oder die Musik im Ohr sei deshalb auf dem Velo oder Fussgängerstreifen tabu. «Ich glaube, das ist den Teenagern wie allen anderen Verkehrsteilnehmern zu wenig bewusst», sagt Kramer.

Gegen den Lastwagen hatte das verstorbene Mädchen keine Chance. Der bfu-Sprecher warnt vor dem toten Winkel: «Ein Lastwagenfahrer hat zwar viele Hilfsmittel, er kann aber nicht alles sehen.» Bei LKW, aber auch in allen anderen Verkehrssituationen fahre man mit Rücksicht am sichersten. «Man muss aufeinander achten», so Kramer. (smo)