Suhr

Nach Stau-Chaos wegen Mega-Baustelle: Reklamationen sind endlich Geschichte

Der Kreisel beim Knoten Kreuz in Suhr kurz vor Fertigstellung und Freigabe Mitte Oktober 2018.

Der Kreisel beim Knoten Kreuz in Suhr kurz vor Fertigstellung und Freigabe Mitte Oktober 2018.

Sukzessive zurück zur Verkehrs-Normalität nach Monaten des Stau-Chaos – die Lenker gewöhnen sich an den Kreisel in Suhr.

Der neue Kreisel beim Knoten beim Rundhaus in Suhr wurde letzten Mittwoch für den Verkehr freigegeben. Nach Wochenfrist zeigt sich: Die Verkehrsteilnehmer haben sich bereits grösstenteils an die neue Situation gewöhnt. «Manche fahren noch etwas zaghaft, aber das ist völlig normal», sagt Alex Joss, Projektleiter beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). «Nach vier, fünf Fahrten durch den Kreisel ist die neue Situation bereits verinnerlicht.» Negative Rückmeldungen habe er keine bekommen, im Gegenteil. «Die Verkehrsteilnehmer sind froh, dass dieses Nadelöhr nun endlich entschärft ist.»

Reklamationen sind auch Philippe Woodtli, Geschäftsführer in Suhr und zuständig für das Baustellen-Sorgentelefon, in den letzten Wochen keine mehr zu Ohren gekommen. «Die Verkehrsteilnehmer scheinen sich mit der Situation arrangiert zu haben», sagt Woodtli.

Lastwagenfahrverbot gilt wieder

Mit der Eröffnung des Kreisels ist nun beim Rundhaus auch das Linksabbiegen für den Verkehr aus dem Wynental in Richtung Entfelden wieder möglich. Während des Kreiselbaus war der Verkehr via die gemeindeeigene Ringstrasse durch die Weltimatt geleitet oder auf die Extra-Runde beim Pfister-Kreisel geschickt worden. Nach einer Angewöhnungsfrist von ein paar Tagen hat die Gemeinde Suhr die Umfahrung am Montag aufgehoben und das Lastwagenfahrverbot wieder verhängt.

Eine Entlastung, nicht nur für die Quartierbewohner. «Die Strasse hat unter der Mehrbelastung sichtbar gelitten», sagt Woodtli. Gebaut als einfache, relativ schmale Strasse, seien durch den Mehrverkehr und die Ausweichmanöver die ausserorts unbefestigten Strassenränder abgefahren worden. Davon zeugen auch die vielen umgefahrenen Leitpfosten. Beziffern lasse sich der Schaden noch nicht, eine eingehende Besichtigung habe noch nicht stattgefunden, so Woodtli.

Impressionen vom Verkehrschaos im April:

Baulich stehen nun sowieso die verkehrsberuhigenden Massnahmen im Vordergrund: Um auf der Ringstrasse Tempo 30 durchzusetzen, werden vier Kissen auf die Strasse gesetzt. «Die Baubewilligung ist erteilt, die Einsprachefrist am Montag abgelaufen», so Woodtli. Bislang sei keine Einsprache eingegangen, sicher sei aber, weil die letzten Postsendungen abgewartet werden müssten, erst in ein paar Tagen.

Vorsprung auf Marschtabelle

Mit dem Kreisel ist tatsächlich einer der grössten Brocken der Mega-Baustelle gestemmt. Und das mehrere Wochen früher, als zu Baubeginn im Februar gedacht. Den Vorsprung verschafft hat den Tiefbauern das anhaltend gute Wetter – wobei nicht uneingeschränkt. Auch zu gutes Wetter führt zu Mehrarbeit. «Ist es so heiss und trocken wie die letzten Wochen und Monate, trocknen die Materialien wie beispielsweise Beton zu schnell aus», sagt Alex Joss. Das kann dazu führen, dass sich Risse bilden. Um das zu verhindern, mussten die Beton-Beläge abgedeckt und eingepackt und so vor der Sonne geschützt werden.

Das Gröbste scheint nun tatsächlich überstanden zu sein. Fertig ist die Sanierung der Kantonsstrassen in Suhr aber noch nicht. So muss als Nächstes für die Verbreiterung der Suhrebrücke an der Tramstrasse ein Brückenelement platziert werden. Geplant ist das Manöver laut Roberto Scappaticci, stellvertretender Sektionsleiter Brücken + Tunnel im BVU für die Nacht vom 8. auf den 9. November.

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