«Man hat versucht, den letzten Tropfen der Zitrone auszupressen», sagt Mathias Blaser. Der Projektleiter des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) beschreibt damit die «Sofortmassnahme», die im Herbst beim äusserst stark belasteten Verkehrsknoten Hunzenschwil eingerichtet wurde. Konkret hat der Kanton bei der Ausfahrt von der Aaretalstrasse (Zubringer T5) eine zweite Einbiegespur nach rechts gebaut: Indem die Verkehrsströme Richtung Seetal von denen Richtung A1 frühzeitig getrennt werden, sollten die langen Rückstaus auf die T5 vermindert werden.

Laut Mathias Blaser ist dies gelungen: Ein Verkehrsmonitoring über zwei Wochen zeigte, dass 80 Prozent der Rechtsabbieger die neue Spur zur A1 nutzten, 20 Prozent die alte Richtung Seetal. «Die Sofortmassnahme hat also einen positiven Effekt auf die Verkehrsflüsse ab der T5.» Viel mehr könne man mit den herrschenden Platzverhältnissen und der Verkehrsführung kurzfristig nicht machen, um die Situation zu verbessern. Dies auch, weil unklar ist, ob und wann das Bundesamt für Strassen (Astra) die A1 auf sechs Spuren erweitern will.

Problemknoten Hunzenschwil

Problemknoten Hunzenschwil

Bei der unübersichtlichen Autobahnausfahrt Hunzenschwil kommt es auch nach dem Umbau immer wieder zu Unfällen. Deswegen wird nun zurückgebaut.

Situation stellenweise schlechter

Auch wenn die Zitrone jetzt ausgepresst ist: Der Knoten Hunzenschwil ist und bleibt ein Sorgenkind. Autofahrer berichten von hektischen Spurwechseln, unklaren Vortrittsverhältnissen, verwirrender Signalisation. Es komme zu mehr Unfällen als je zuvor, melden besorgte Leser der az. Stimmt das? Der Mediensprecher der Kantonspolizei verweist auf das Verkehrsdepartement. Mathias Blaser bestätigt, dass das BVU die Unfallzahlen vorliegend hat. Bloss: Die seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Kein Geheimnis macht Blaser jedoch daraus, dass es seit der Knoten-Umgestaltung an einer Stelle zu einer Häufung von Unfällen kam: «Wir haben festgestellt, dass die Autofahrer, die von der A1 aus Zürich herkommend in die Seetalstrasse einbiegen, nicht mehr genügend nach links schauen.» Die Fahrer aus dieser Richtung haben jedoch Vortritt. «Wir prüfen, ob man die Markierung im Bereich der im Herbst montierten Leitbakken wieder ändern muss.»

Mehr Stau in Rupperswil

Verschlechtert hat sich die Situation auch für die Rupperswiler. Das bestätigt Ammann Ruedi Hediger: «Wir haben heute zu Stosszeiten mehr und längere Rückstaus bis ins Dorf.» Auch bestehe für die Autofahrer, die von Rupperswil her auf die Autobahn oder Richtung Seetal wollen, eine Vortrittsbeschränkung mehr als früher. «Die Verkehrssituation und die Markierungen sind unübersichtlich», sagt Hediger. «Wenn man die Verkehrsführung nicht genau kennt, ist die Orientierung schwierig.» Zwar seien aus der Bevölkerung keine Beschwerden an die Gemeinde herangetragen worden, zumindest nicht an ihn persönlich. Der Gemeinderat sei aber von sich aus beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt vorstellig geworden und habe dort auf das Problem aufmerksam gemacht. «Ende Januar war Baudirektor Stephan Attiger bei uns am Gemeinderatstisch. Wir haben ihm die Lage geschildert und eine Verbesserung gewünscht. Unsere Anliegen wurden positiv aufgenommen.»

Mathias Blaser vom BVU sagt dazu, im April werde man die Situation der Rupperswiler mittels Monitoring genau analysieren. Warum nicht sofort? «Weil wir im Vorjahr zur gleichen Zeit ein Monitoring durchgeführt haben, so lässt sich die Vorher-Nachher-Situation optimal vergleichen. Zudem erreicht der Verkehr ab April jeweils Spitzenwerte.»