Der Bachfischet, für viele das schönste Lichterfest der Schweiz, wird ein bisschen grösser. Aber nicht wirklich anders. So jedenfalls klingt es aus der Heinerich-Wirri-Zunft, die den Aarauer Traditionsanlass Jahr für Jahr zuverlässig organisiert.

Neu werden aufgrund der Fusion der Schule Aarau mit der Kreisschule Buchs-Rohr auch die Buchser Kinder eingeladen, am Bachfischet teilzunehmen. «Es ist aber keine Pflicht», sagt Zunftmeister Paul Knoblauch. «Ich gehe davon aus, dass noch nicht allzu viele Schüler aus Buchs mitmarschieren.» Bachfischetobmann Philippe Guignard ergänzt, dass sich in diesem ersten Jahr nach der Fusion keine Klasse aus Buchs angemeldet habe. In Zukunft rechne man mit etwa 300 Schülern mehr. Organisatorisch sollte das kein Problem sein, meint er, aber der Umzug habe dann seine maximale Länge erreicht.

Bachfischet 2016

Impressionen vom Bachfischet 2016

Insgesamt laufen am Freitag etwa 100 Klassen mit knapp 2100 Kindern mit. Zu Gast sind fünf Klassen aus Erlinsbach (81 Schüler). Die Pfadi Aarau nimmt mit knapp zwei Dutzend Mitgliedern teil. Auch der Kindergarten des Kantonsspitals Aarau ist dieses Jahr dabei, zudem ein privater Kindergarten aus Erlinsbach. Die Route bleibt gleich und ist, so sagt der Bach- fischetobmann, «seit Jahren wieder einmal frei von Hindernissen auf der Bachstrasse». Im Anschluss an den Umzug, nach dem «Mordschlapf», wird bei guter Witterung auf dem Maienzugplatz im Schachen bis 24.00 Uhr eine Festwirtschaft geführt. Dort wird auch die Kadettenmusik spielen. Die Heinerich-Wirri-Zunft zeigt auf ihrer Website (wirrizunft.ch) Bilder und Videos der früheren Anlässe und nimmt auch Zuschauerbilder entgegen.

Im vergangenen Jahr hatte es im Nachgang zum Bachfischet Diskussionen um die teilnehmenden Studentenverbindungen gegeben. Einige Zuschauer sagen, sie hätten gehört, dass die Angehörigen der Verbindungen skandiert hätten: «De Bach esch do, de Bach esch do, sind alle meine Fotzen do?» Es gab eine Online-Petition «Gegen Sexismus am Maienzug und Bachfischet» mit vielen Unterstützern. «Das darf nicht sein, dass diese Studentenverbindungen unseren Kindern zeigen, dass es normal ist, Frauen auf diese Weise zu verachten», so die Initiantin.

Die betroffene Verbindung – Commercia Aarau – wehrte sich. Beat Krättli, Präsident des Altherrenverbandes, sprach von «erklärbaren Sinnestäuschungen»: Man skandiere «Fuxen» (Füchse), eine Bezeichnung für Neumitglieder. Letztlich stand in dieser Sache Aussage gegen Aussage. Es stellt sich die Frage: Hat die Heinerich-Wirri-Zunft nach dieser Sexismus-Diskussion etwas unternommen? «Ja, wir hatten Kontakt zu den Verbindungen, wie zu den Schulen und Vereinigungen», sagt Zunftmeister Paul Knoblauch. «Es wurde gesagt, dass das Ziel ist, am Bachfischet positiv aufzutreten.»

Bachfischet: Freitag, 21. September 2018, 20.15 Uhr