Happy End
Nach Razzia in Gränichen: Tierquäler-Hündli rennen in ein neues Leben

23 Hunde beschlagnahmte das Aargauer Veterinäramt Ende März in Gränichen. Total verwahrlost landete das Rudel im Tierheim. Jetzt wird ein weisses Hündchen nach dem anderen flügge. Letzte Woche kamen sie sogar im Fernsehen.

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Letzten Donnerstag hatten sie ihren grossen Auftritt in der Sendung «tierisch» auf Tele M1. Sie rannten bellend über den Rasen, liessen sich von der Moderatorin kraulen und blickten dann und wann noch etwas skeptisch in die Kamera.

Die kleinen weissen Hunde sind Tierpflegerin Isabelle Zingg ans Herz gewachsen. «Unsere Zwergli» nennt sie sie liebevoll. Kein Wunder: Die Terrier brauchten besonders intensive Pflege.

Hungrig, dreckig und verstört

Ende März landeten die 21 Westie-Mischlinge sowie ein Collie und ein Shepherd nach einer Razzia im Tierheim des Aargauischen Tierschutzes in Untersiggenthal. Sie waren hungrig, dreckig und verstört.

Der Besitzer des Gränicher Hofs, wo die Hunde beschlagnahmt worden sind, geriet kurz davor als «Pferde-Messie» in die Schlagzeilen, weil er im jurassischen Boncourt 33 Pferde und Ponys ihrem Schicksal überlassen hatte. Die Hunde hatten bei ihm zu wenig Platz und auch zu wenig Futter.

Im Tierheim wurden die weissen Hündli in den letzten Wochen geimpft und kastriert. Und liebevoll umsorgt, so dass sie langsam das Vertrauen in die Menschen wieder gewannen. Ein Weibchen musste zudem wegen eines Blasensteins operiert werden. «Das kostet Geld», sagt Zingg.

Kuchenverkauf für die weissen Hunde

Doch die Solidarität liess nicht auf sich warten. Mit einem Kuchenverkauf sammelten etwa zwei Jugendliche im April 315 Franken für die weissen Hunde. «Was für eine tolle Aktion!», bedanken sich die Verantwortlichen auf der Homepage des Tierheims.

Mittlerweile haben die Tierpfleger alle Hündchen soweit aufgepäppelt, dass sie bereit sind für ein neues Zuhause. Und so konnte eins ums andere an neue Besitzer vermittelt werden.

Zehn der weissen Mischlinge leben momentan noch im Tierheim, fünf davon haben aber bereits ein neues Zuhause in Aussicht, andere haben Interessenten. «Nur Diego und Don Camillo haben noch keine», sagt Astrid Becker, Präsidentin des Aargauischen Tierschutzvereins.

Nicht alle Interessenten sind geeignet

Hundepflegerin Isabelle Zingg ist aber zuversichtlich. An Anfragen mangelts jedenfalls nicht. Es gelte allerdings, diese zu filtern. «Die neuen Besitzer müssen sich bewusst sein, was mit einem solchen Hund auf sie zukommt», sagt Zingg.

Terrier seien normalerweise aufgestellt und freundlich. Doch die Gränicher Hündchen verhalten sich gegenüber Fremden zurückhaltend. «Es wird ein, zwei Jahre dauern und viel Pflege brauchen, bis sie sich so verhalten, wie man es von Terriern gewohnt ist», so Zingg. Das bedeutet vor allem ganz schön viel Arbeit. (smo)