Jason Haller ist Pechvogel und Sonnenschein gleichzeitig. Das sagt seine Mutter Sandra. Seit er auf der Welt ist, musste der heute 21-Jährige Schicksalsschlag um Schicksalsschlag meistern. Nun braucht die Familie dringend Hilfe.

Schon bei Jasons Geburt war eine Vene in seinem Gehirn fehlgebildet. Mit sechs Monaten hatte er eine tischtennisballgrosse Blase mit Hirnflüssigkeit im Kopf, die den Hirnwasserablauf blockierte und deshalb notfallmässig operiert werden musste. «In Paris, weil es in der Schweiz niemand konnte», so seine Mutter. Vier Wochen lag das Baby im Koma. Damals war die Familie zum ersten, aber nicht zum letzten Mal mit der Frage konfrontiert, ob Jason überleben würde. Und wenn ja, wie.

Schwerer Velounfall

Doch Jason erholte sich, zumindest teilweise. Er lernte laufen, ging in den Kindergarten und dann in die Heilpädagogische Sonderschule in Zetzwil. Mit 12 geschah das nächste Unglück: Jason stürzte mit dem Velo und knallte auf den Kopf. Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutungen, drei Wochen Koma. Aber auch davon erholte er sich. «Es ist ganz beeindruckend, wie sehr er sich immer wieder zurückgekämpft hat», sagt seine Mutter.

Der Beitrag von TeleM1: Spendenaktion für Jason

Der Beitrag von TeleM1: Spendenaktion für Jason

Nach einer missglückten OP sitzt der nun 21-Jährige im Rollstuhl. Damit er bei seiner Familie wohnen kann, muss das Haus umgebaut werden.

Heute arbeitet Jason in der Stiftung «Orte zum Leben» in Oberentfelden, wo er in der geschützten Werkstatt Auftragsarbeiten ausführt. Bis im Herbst 2017 war er weitgehend selbstständig, trotz körperlicher Einschränkungen wie einer Spastik am linken Arm. Und Problemen mit seinen Füssen und Beinen, die ihn plagen, seit er als Kleinkind so viel liegen musste. Um Fehlstellungen der Füsse zu beheben, wurde er im Oktober 2017 in Basel operiert; die Ärzte entnahmen aus seiner Hüfte Knochen und setzten sie in die Füsse ein.

Es sollte die letzte Operation sein, damit Jason gut und sicher gehen kann. Jedoch: Irgendetwas lief schief, als er eine Spritze in sein Rückenmark bekam. Mutter Sandra Haller: «Als er aus der Narkose erwachte, waren beide Beine eingegipst. Deshalb fiel erst gar nicht auf, dass etwas nicht stimmt. Erst, als Jason nach dem Ziehen des Katheters nicht spontan Wasser lösen konnte, gipste man die Beine aus und stellte fest, dass er sie nicht mehr spürt und keine Reflexe feststellbar sind.» Jetzt sitzt Jason querschnittgelähmt im Rollstuhl und ist stark pflegebedürftig. Ob sich daran je etwas ändert, kann niemand sagen. Die Ärzte beteuern, keinen Fehler gemacht zu haben.

Haus nicht behindertengerecht

Nach monatelanger, harter Reha konnte Jason ins Wynental zurückkehren. Allerdings ins Alters- und Pflegeheim Reinach, weil das Haus seiner Familie in Gränichen nicht rollstuhlgängig ist. Die notwendigen Umbaumassnahmen sind zwar bereits bewilligt, aber noch fehlt das Geld. Mehrere Hunderttausend Franken kostet der geplante Anbau; die IV wird sich voraussichtlich beteiligen, aber dennoch fehlt Geld. Jasons Eltern haben deshalb ein Spendenkonto eingerichtet. «Es gefällt Jason zwar sehr gut im Wohnheim, aber er gehört nach Hause», sagt seine Mutter. «Jason ist so ein toller junger Mann. Trotz allem ist er immer fröhlich, hilfsbereit und freundlich zu jedem. Er hat es verdient, bei seiner Familie zu sein.»