Schule Entfelden
Nach Nein zum Schulhaus Entfelden: «Pläne verschwinden nicht in Schublade»

Unter- und Oberentfelden lehnten am Sonntag den Kredit für ein neues Schulhaus in der Höhe von 14,5 Millionen ab. Schulpfleger Georges Brandenberg will möglichst schnell einen neuen Vorschlag vorlegen. Mehrere Optionen sind möglich.

Katja Schlegel und Hubert Keller
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Schulpfleger Georges Brandenberg: «Es gibt zwei Varianten: Wir setzen das Projekt um, wie es heute ist, oder begraben es.»

Schulpfleger Georges Brandenberg: «Es gibt zwei Varianten: Wir setzen das Projekt um, wie es heute ist, oder begraben es.»

ZVG

Herr Brandenberg, Schulprojekte haben in der Bevölkerung normalerweise einen grossen Rückhalt. Das Nein zum Schulhaus Erlenweg 2 war nun aber sehr deutlich. Was war ausschlaggebend dafür?

Georges Brandenberg: Im Vorfeld wurde massiv gegen das Projekt vorgegangen. Die Stimmberechtigten haben zu wenig verstanden, worum es effektiv geht. Und wir als Schule haben zu wenig präzise informiert.

Von aussen betrachtet hat kein lauter Abstimmungskampf stattgefunden, Sie sprechen nun von massivem Vorgehen.

Im Hintergrund hat es zünftig gebrodelt. Die Gemeinde Unterentfelden hat für ein Nein plädiert und die Unterentfelder Ortsparteien von SVP und FDP haben Flugblätter mit falschen Angaben verteilt.

Die schlechte Information war bereits beim Pavillon «Matte» ein Thema. Damals hatten Sie sich vorgenommen, es beim Erlenweg besser zu machen. Wo hat es gehapert?

Wäre beispielsweise in den Abstimmungsunterlagen der Situationsplan mit den Abteilungen und Räumen abgebildet gewesen, hätten viele Leute verstanden, dass wir nicht – wie auf dem Flugblatt behauptet – 19 Zimmer zu viel geplant haben. Das haben wir auch am Infoabend dargelegt.

Man hat den Eindruck, dass Schulen ihre Projekte immer mit der ganz grossen Kelle anrichten. Haben Sie Verständnis dafür, dass finanziell angeschlagene Gemeinden das nicht goutieren?

Nein, dafür habe ich ganz klar kein Verständnis. Der Normalbürger sucht die Wohngemeinde nicht nach dem Steuersatz aus. Und in Ober- und Unterentfelden hat man den Unterhalt der bestehenden Schulhäuser über Jahre hinweg vernachlässigt, weshalb wir jetzt massiven Nachholbedarf haben. Weiter hat man es verpasst, die Erkenntnisse aus der Schulraumplanung umzusetzen. Deshalb hat es den Pavillon «Matte» gebraucht. Diese Investition wäre nicht nötig gewesen.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Pläne für den Erlenweg 2 werden nicht in der Schublade verschwinden. Wir müssen möglichst schnell wieder mit einem Vorschlag kommen. Dafür müssen wir aber die Gemeinden und Parteien so weit abholen, dass sie ganz klar Stellung dazu nehmen müssen.

Welche Optionen bestehen?

Es gibt zwei Varianten: Wir setzen das Projekt um, wie es heute ist. Eine abgespeckte Variante macht wenig Sinn. Oder wir begraben es, bauen die Schulhäuser mit Provisorien um und arrangieren uns mit der Platznot.

Reicht der Pavillon «Matte» nicht?

Mit der «Matte» ist der Notfall gedeckt. Wenn die Bevölkerung wächst, haben wir zu wenig Räume. Reserven gibt es heute bereits nicht mehr. Dann bräuchte es weitere Notlösungen und es wird teurer.

Haben die Querelen zwischen Kreisschulrat und Schulpflege dem Vertrauen in die Schule geschadet?

Ich bin mir nicht sicher. Zwischen den Gemeinden, dem Kreisschulrat und der Schulpflege kocht es schon lange, jetzt ist der Knatsch ausgebrochen. Die Querelen kommen da als Begründung ganz gelegen. Das eigentliche Problem hätte man schon lange angehen müssen – das Problem nämlich, dass man die bestehenden Bauten vernachlässigt hat und das bestehende System so nicht funktioniert. Gerade die Gemeinde Unterentfelden hat sich in Bezug auf den Bedarf und Neubau Erlenweg 2 im Vorfeld nie negativ gemeldet.