Aarau
Nach Massenschlägerei an Hochzeit: Brautpaar haftet nicht für den Polizeieinsatz

Wer haftet für den grossen Polizeieinsatz wegen einer Massenschlägerei an einer eritreischen Hochzeit in Aarau Rohr vom September? Die Aargauer Regierung listet nun die Kosten auf und sagt: Das Brautpaar ist unschuldig.

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Hochzeit Eritrea
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Eine Hochzeit in der Auenhalle Rohr artete gegen Ende aus.
Gegen 300 Personen feierten im Aargau.
Die Polizei rückte mit einem Grossaufgebot an.

Hochzeit Eritrea

Tele M1

Der Fall machte Schlagzeilen: Im September kam es bei der Hochzeit eines eritreischen Paars mit rund 300 Gästen in Rohr zu einer Massenschlägerei, die Polizei musste mit 25 Patrouillen ausrücken. Das rief SVP-Grossrätin Regina Lehmann auf den Plan: Was dieser Polizeieinsatz gekostet hat und ob er dem Brautpaar aus Eritrea in Rechnung gestellt wird, wollte sie vom Regierungsrat wissen.

Die Abrechnung liegt vor: Für die Einsatzzeit entstanden Kosten von exakt 7112 Franken, 4980 Franken für die Kantonspolizei und 2132 Franken für die zur Unterstützung beigezogenen Regionalpolizeien. Und nein, diese Kosten werden niemandem verrechnet. Das sei nur in bestimmten Ausnahmefällen möglich, und ein solcher besonderer Aufwand gemäss Polizeigesetz liege hier nicht vor, hält der Regierungsrat in der Beantwortung der Interpellation von Regina Lehmann fest. Dem Brautpaar könne kein pflichtwidriges Verhalten vorgeworfen werden, es deute nichts darauf hin, dass die Brautleute die Massenschlägerei verursacht hätten. Den Aufwand für die Beantwortung des Vorstosses veranschlagt die Regierung übrigens auf 789 Franken.

«Die jungen Eritreer sind zunehmend ein Problem», sagte Toni Locher, Honorarkonsul von Eritrea, im Septmeber zur az. Sie seien frustriert, weil sie ihre Träume nicht verwirklichen könnten. Die Flucht in den Alkohol sei ein häufiges Mittel zu vergessen - auch weil die ordnende Hand der Familie fehle.

Die Prügelei hatte auch in der näheren Umgebung für Aufsehen gesorgt. Weil viele dunkelhäutige Menschen unterwegs waren, erschreckten sich offenbar Anwohner, wie sie zu Protokoll gaben. (mou/jk)

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