Der Flyer, den Aarauer Einwohner im Briefkasten fanden, löste Reaktionen aus. Liess das in fetten Lettern ins Auge springende Pflegeheim Golatti tatsächlich an zwei Tagen dieser Woche einen Gold- und Silberankauf in seinen Räumlichkeiten zu? Er finde es pietätslos, wenn man die alten Leute quasi dazu einlade, ihr Gold und Silber auf diese Weise zu verscherbeln, sagte gegenüber der AZ ein empörter Empfänger des Flyers. Offenbar habe man auch nicht recherchiert, wer der Veranstalter sei. Dieser wurde vor einem Jahr bekannt, weil er sich als «Kassensturz-Testsieger» bezeichnet hatte. Der «Kassensturz» liess hierauf verlauten, das betreffende Angebot sei nie getestet und dementsprechend von ihm auch nie ausgezeichnet worden.

Nein, erklärt Golatti-Heimleiterin Heidi Stadelmann auf Anfrage der AZ: Das Golatti habe mit dem Gold- und Silber-Ankauf der Firma Helvetica Gold (Birchler Einsiedeln) direkt nichts mehr zu tun. Sprich: Man hat den Anlass, der morgen und übermorgen stattfindet, aus dem Pflegeheim ausquartiert. Offenbar hatte Helvetica Gold auf der Suche nach einem geeigneten Ort im Golatti angefragt. Die Heimleitung konnte darin zunächst nichts Böses erkennen. Doch nachdem es zu «sensiblen Reaktionen» gekommen sei, sagt Heidi Stadelmann, habe man erkannt, dass sich der Anlass mit der Lokalität nicht vertrage. In der Folge habe man nach einem Raum ausserhalb des Heims gesucht.

Das Ganze findet nun nicht, wie es auf dem Flyer hiess, im Golattikeller statt, sondern gleich nebenan, in der Halde 64. Auch diese Liegenschaft gehört der Einwohnergemeinde Aarau. Der Veranstalter, so Heimleiterin Stadelmann, habe keine Freude an diesem Entscheid gehabt. Aber im Golatti habe man die Lehren aus dem Fall gezogen: «So etwas kommt in Zukunft nicht mehr infrage; das ist das erste und das letzte Mal.» (uw)