Aarau

Nach Konkurs: Bei der HMK Fenster-Technik kommt es zur Liquidation

Existiert nicht mehr in dieser Form: Das Gebäude der HMK Fenster-Technik AG in Aarau.

Existiert nicht mehr in dieser Form: Das Gebäude der HMK Fenster-Technik AG in Aarau.

Bei der konkursiten HMK Fenster-Technik AG aus Aarau kommt es zur Liquidation. Das gesamte bewegliche Inventar wird am Freitag veräussert.

Mitte April wurde die vorläufige Konkursanzeige der HMK Fenster-Technik AG im Amtsblatt veröffentlicht. Ingesamt 18 Arbeitnehmer waren von dieser Entscheidung betroffen. Laut Konkursamt stellte die Firma von sich aus die Insolvenzanfrage. 

Dem Unternehmen, das aus der 1997 zahlungsunfähig gewordenen Aarauer Firma Hoch- und Tiefbau AG entstanden ist, wurde wohl der vorherrschende Preiskampf in der Branche zum Verhängnis. Die Verantwortlichen der HMK Fenster-Technik AG wollten sich damals nicht zum Fall äussern.

«Derzeit werden die eingegangen Forderungen geprüft und die nötigen Erhebungen gemacht», sagt der für das Verfahren zuständige Konkursbeamte Dominik Kohler. Aktuell stehen die Forderungen der Unfall- und Sozialversicherungen – also Gläubigerforderungen der 1. und 2. Klasse – aus. «Zugleich laufen die Kündigunsfristen der Arbeitnehmer noch. Diese müssen abgewartet werden», so Kohler. Lohnforderungen gehören zur 1. Klasse. 

Welche Gläubigerklasse mit Geld rechnen darf und wie hoch die jeweiligen Forderungen sind, bleibt deswegen unklar. «Es können weiterhin Forderungen eintreffen, das ist noch nicht absehbar», so Kohler. Das Coronavirus hatte auf seine Arbeit kaum Einfluss. So konnte einzig die Liquidation nicht wie üblich als öffentliche Versteigerung durchgeführt werden. «Das Inventar wurde bereits verkauft», so Kohler.

Maschinen, Fahrzeuge und Büromobiliar wird veräussert

Trotzdem kommt es am Freitag (14 Uhr) zu einer Liquidation. Für den Verkauf des Inventars zuständig ist der Zofinger Liquidator Jakob Aeschlimann. Dieser veräussert die Überreste der konkursiten HMK Fenster-Technik AG im Auftrag der Eigentümerin der Liegenschaft, einer Immobiliengesellschaft. Diese macht als Vermieterin von ihrem Retentionsrecht Gebrauch. Weil laut Aeschlimann Mietzinsen offen geblieben waren, kommt das Pfandrecht am beweglichen Inventar zum Zug.

Verkauft werden sollen unter anderem Gross- und Kleinmaschinen, Warenlager wie Holzkanteln, Schrauben und Beschläge, aber auch diverse Fahrzeuge, Stapler und sämtliches Büromobiliar.

Wir gross der Kreis der Interessenten in Zeiten der Pandemie sein wird, darüber kann Aeschlimann nur Vermutungen anstellen. «Es kann durchaus sein, dass die Krise das Publikum, aber auch das Kaufinteresse verschmälert. Vielleicht hätten einige Betrieb vor Corona mehr investiert, wer weiss», sagt er.

Vor allem allem Angehörige von Schreinereien und andere Handwerkbetriebe werden vor Ort sein, vermutet Aeschlimann. Das Büromaterial locke wiederum Personen aus den verschiedensten Branchen an. Bürostühle gehen oft in die Hände von Privatpersonen über. «Die Beschläge und Holzmaterialen sind wiederum nur für Fensterbauer brauchbar», so Aeschlimann.

Bei der Liquidation werden die Hygienemassnahmen strengstens eingehalten. Wer etwas kaufen möchte, muss Name und Adresse hinterlassen, auch wird das Tragen von Masken verlangt. Ansonsten bleibt für Aeschlimann, der seit Jahrzehnten Liquidationen durchführt, alles beim Alten. Gleichzeitig bedauert er den Konkurs. So seinen im Bereich Fensterbau innert Jahresfrist um die fünf Betrieb weggefallen.

Speziell sei Liquidation allerdings nicht, da es sich um keinen grossen Betrieb handelte. Sie lässt sich mit anderen Konkursen aus dem handwerklichen Bereich vergleichen. Auch nach der Konkurseröffnung probiere man in solchen Fällen, angefangene Arbeiten so weit wie möglich fertigzustellen. So wird einerseits das übrige Material verwertet, andererseits fliesst noch ein gewisser Betrag in die Konkursmasse.

Liquidator Jakob Aeschlimann in Aktion (23.06.2012):

Hier versteigert Liquidator Jakob Aeschlimann im Auftrag der Aargauer Staatsanwaltschaft ein Porsche Cayenne

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