Oberentfelden
Nach Ja zu Abfallgebühr: Nun das Referendum?

Die Referendumsfrist hängt drohend über Ja zu den Abfallgebühren in Oberentfelden. Es wäre nicht das erste Mal, dass die umstrittenen Gebühren an einer Referendumsabstimmung scheitern würden.

Sabine Kuster
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Am Ende sagten so viele Oberentfelder Ja zum neuen Abfallreglement mit Gebühren, dass Gemeindeammann Ruedi Berger die wenigen Nein-Stimmen nicht auszuzählen brauchte. Rund 15 sind es wohl gewesen.

Und dann gabs Applaus. Er galt Vize-Gemeindeammann Vreni Fricker, die als Ressortverantwortliche «Entsorgung» über die Jahre zur wahren Expertin in Sachen Abfall geworden ist. Die Kehrichtanlage Buchs hat sie in dieser Zeit inspiziert, Zahlen und Reglemente der Nachbargemeinden durchgeackert und sogar die Firma besucht, welche die Kehrichtsäcke herstellt. Einige Oberentfelder gratulierten ihr nach der Versammlung, jemand meinte vorsichtig: «Oder soll ich lieber noch 31 Tage warten mit gratulieren?»

Wahrscheinlich kein Referendum

Tatsächlich ist nach der Annahme das Kapitel «Abfallgebühren» noch nicht definitiv geschlossen. Schon in den Jahren 1972, 1995 und 2008 hatten die Oberentfelder an der Gemeindeversammlung den Gebühren zugestimmt, doch der Entscheid war jedes Mal an einer Referendumsabstimmung an der Urne wieder rückgängig gemacht worden.

Dieses mal könnte es klappen: Die früheren Gegner sind müde oder wie Hans Walser dazu nicht mehr in der Lage. Der langjährige Bekämpfer der Gebühren nahm an der Gemeindeversammlung nicht teil. Zwar kam es zu verschiedenen kritischen Voten - die Sprecher stellten jedoch meist nicht die Gebührenregelung an sich infrage, sondern die Regelungen von Details. Im Anschluss daran bekam ein Stimmbürger für folgendes Votum den grössten Applaus: «Ich komme mir vor wie in Schilda», sagte er, «rund herum haben die Gemeinden seit Jahren Gebühren, die sich bewähren. Und wir spalten Rappen indem wir über farbige oder nicht farbige, grössere oder kleinere Kehrichtsäcke diskutieren. Wir sollten hinstehen wie die anderen und für den Abfall bezahlen.»

Mehr Gelassenheit

Doch die Diskussion war schon viel emotionaler gewesen. «Andernorts macht man um Abfall einen Bogen», sagte Gemeindeammann Ruedi Berger, «in Oberentfelden wirkte der Abfall für eine Gemeindeversammlung immer wie ein Magnet.» Mit 159 Stimmbürgern nahmen zwar immer noch überdurchschnittlich viele an der Gmeind teil, 2008 bei der letzten Abstimmung waren es jedoch noch über 400 gewesen. Auch das deutet auf ein endgültiges Ja hin.

Vreni Friker warb vor der Abstimmung: «Wir bieten in der Entsorgung alles an, was das Herz begehrt», sagte sie und pries die fünf Nebensammelstellen, die häufige Sammlung und dass man sogar Styropor gratis zurück nehme.

Kritisiert wird, dass die Gemeinde sich nicht auf eine Reduktion des Steuerfusses um 5 Prozent festlegen wollte. Bei der Abstimmung 1995 garantierte der Gemeinderat dies den Oberentfeldern, am Donnerstag aber sagte Vreni Friker, dies ginge nicht. Das Budget werde erst im Herbst gemacht. «Wir wollen uns nicht auf die Äste hinaus lassen, denn wir wissen nicht, was auf uns zukommt.» Doch die Abfallentsorgung sei auf jeden Fall ein Eigenwirtschaftsbetrieb, dessen Budget ausgeglichen sein müsse. Und Ruedi Berger versprach: «Sie können uns vertrauen, wir werden Sie nicht über den Tisch ziehen.»

Keine Opposition gegen Weiteres

Die Traktanden 1 bis 6 vor dem Abfallreglement gingen am Donnerstag zügig über die Bühne: Die Rechnung 2011, die Kreditabrechnungen Feuerwehrgebäude und Erneuerung des Leitsystems der Elektrizitätsversorgung, sowie die zehn Einbürgerungen und die Fusion der ZSO Entfelden mit den Organisationen Aare und Suret zur ZSO Aare Region wurden genehmigt.