Buchs AG

Nach Entlassungen: Chocolat Frey strafft Ländernetz

Chocolat Frey gibt es seit 125 Jahren.

Chocolat Frey gibt es seit 125 Jahren.

Die Migros-Schokoladenproduzentin Chocolat Frey mit Produktionsstandort in Buchs AG will in Zukunft in weniger Länder exportieren. Heute werden bis zu 100 Länder beliefert.

Einen solchen Kahlschlag war man sich von der Migros-Genossenschaft nicht gewohnt. Mitte September gab die Industrietochter Chocolat Frey bekannt, dass 50 Stellen gestrichen würden. Es kam zu 25 Entlassungen. Nun nimmt Migros-Industriechef Walter Huber Stellung.

Was das geschasste Personal kaum besänftigen dürfte: Der Umsatz von Frey liegt auf Vorjahr und die Firma wirtschaftet profitabel, wie Huber in der «Schweiz am Sonntag» bestätigt. «Frey bekam zuletzt den starken Franken und die gestiegenen Rohstoffpreise zu spüren», sagt Huber. Man müsse deshalb effizienter werden und sich auf die wichtigsten Märkte konzentrieren.

Das Problem: «Heute beliefern wir bis zu 100 Länder. Zu oft sind es aber Kleinstmengen, die die Komplexität in der Produktion und im Marketing erhöhen», sagt Huber. «Wir reduzieren deshalb nun in vielen Ländern das Sortiment und die Betreuung.»

Die Absicht dahinter scheint klar: Huber erhofft sich eine automatische Bereinigung der Exportländer, um das Geld auf Wachstumsmärkte wie zum Beispiel Nordamerika fokussieren zu können. 2014 hatte Frey den Schokolade- und Süsswarenproduzenten Sweetworks in New York gekauft.

Über die neue Tochter will Huber Frey als eigenständige Marke etablieren. «In den USA sind wir auf Kurs», sagt er in der „Schweiz am Sonntag“. «Wir testen nun gewisse Frey-Artikel in amerikanischen Supermärkten, die wir vorher nur mit Eigenmarken belieferten.»

Um mit dem Schweizer Kreuz werben zu können, transportiert die Migros Frey-Schokolade in Blöcken aus der Schweiz in die USA und verarbeitet sie dort beispielsweise zu Osterhasen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1