Sommerbilanz
Nach dem Traumstart wurden die Badis in der Region geduscht

Die Badi-Saison 2017 hat hervorragend begonnen, nahm dann aber einen eher enttäuschenden Verlauf, wie eine Umfrage in den regionalen Schwimmbädern zeigt.

Larissa Hunziker
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Schwimmbad Kölliken.

Schwimmbad Kölliken.

tiz

Im Mai hatte es noch in allen Badis gut ausgesehen. Einige Bademeister träumten sogar davon, das Ergebnis des Rekordsommers 2003 zu erreichen. „Die Saison ist powermässig gestartet, es ging gleich von 0 auf 300“, sagt Bademeister Peter Hauri vom Schwimmbad Kölliken.

Auch in der Badi Schöftland schwärmt man vom Saisonstart. Im Vergleich zu 2016 konnte man mit 11‘500 Eintritten über 7‘500 Eintritte mehr verzeichnen, sagt der Leiter des Schwimmbads, Roger Thut. Im Strandbad Beinwil am See ist klar das aussergewöhnlich schöne Wetter im Frühsommer für den guten Start verantwortlich. „Seit Saisonbeginn hatten wir schönes Wetter“, sagt Leiter Silvan Suter.

Nach dem Traumstart wurden die Badis aber geduscht. Vor allem der Juli war schlecht. Gar als katastrophal bezeichnet ihn Roger Thut aus Schöftland. Im Vergleich zum Juli 2016 verzeichnen die Schöftler dieses Jahr 8'500 Eintritte weniger.

Auch im Freibad Schachen in Aarau geht der Sommermonat schlechthin nicht in die Geschichtsbücher ein: „Der Juli war nicht spitzenmässig“, sagt Chefbademeister René Hächler. Grund für die Baisse waren einerseits das schlechte Wetter mit teilweise kühlen Temperaturen, andererseits auch die zahlreichen Ferienabwesenheiten der Gäste.

Für Peter Hauri von der Badi Kölliken ist klar: „Die Badi hat nicht mehr den gleichen Stellenwert wie früher. Heute gehen alle ans Meer in die Ferien“

Die Saison neigt sich bereits dem Ende entgegen, doch es soll noch einmal Hitzetage geben. „Diese Woche haben wir sicher noch einige Gäste, aber den Umsatz von 2016 erreichen wir vermutlich nicht“, resümiert Bernhard Bürki, Präsident der Genossenschaft Frei- und Hallenbad Entfelden.

Auch Möriken-Wildeggs Bademeister Peter Dietiker sagt: „Im August laufen so viele Feste, da kommen nicht mehr viele Leute“. Bis zum Bettag am 17. September haben die meisten Badis noch geöffnet. Eine Verlängerung der Saison kommt, wenn überhaupt, nur in Frage, wenn es nochmals richtig heiss würde.

Die Mehrheit der Badis ist trotz des schwachen Julis zufrieden. Die Saison lief überall im Grossen und Ganzen unfallfrei ab, nur in Möriken-Wildegg brach sich ein Kind beim Sturz vom Spielgerät den Arm. Auch eine Wespenplage war nicht zu verzeichnen. „Mehr als ein Pflästerli haben wir nicht gebraucht“, sagt Annegret Hirschi, die in der siebten Saison an der Kasse im Schwimmbad Lenzburg sitzt. Aussergewöhnliches gibt es aus dem Arbeiterstrandbad Tennwil zu berichten. Nach drei Taufen im letzten Jahr fand in diesem Jahr eine Hochzeit in der Badi statt.