Aarau/Suhr
Nach Debakel: Die Keba im Aufwind – doch sie liefert noch immer Juristenfutter

Auf der Kunsteisbahn merken die Eissportler kaum mehr etwas von den Wirren um die Bewilligungen. Dank einer befristeten Betriebsbewilligung kann selbst auf dem gedeckten Aussenfeld teilweise bis 22 Uhr Schlittschuh gelaufen werden.

Urs Helbling
Drucken
Teilen
Otmar Hochuli (links) und Heinz Zaugg auf dem neuen Aussenfeld: «Das Schönste ist die Freude der Kinder.» Severin Bigler

Otmar Hochuli (links) und Heinz Zaugg auf dem neuen Aussenfeld: «Das Schönste ist die Freude der Kinder.» Severin Bigler

SEVERIN BIGLER

«Wir sind die populärste Kunsteisbahn der Schweiz. Wegen des Keba-Debakels kennen uns alle.» Heinz Zaugg und Otmar Hochuli lachen herzlich. Der eine ist Präsident, der andere Betriebsleiter der Kunsteisbahn Aarau (Keba).

Ihre Sportanlage hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Mit dem Tiefpunkt am 16. Februar, als bekannt wurde, dass die Keba mangels Bewilligungen ab sofort um 16.30 Uhr geschlossen werden muss. Das ist heute nicht mehr so. Dank einer befristeten Betriebsbewilligung kann selbst auf dem gedeckten Aussenfeld teilweise bis 22 Uhr Schlittschuh gelaufen werden.

Über 100 000 Benutzer

Aber es gibt noch Einschränkungen. So wurde die Bewilligung für ein Freundschaftsspiel zwischen dem SC Bern und dem ZSC in der Olympia-Pause im Februar verweigert. Oder die Aarauer Einwohnerräte konnten ihr Abschluss-Fest nicht im Keba-Restaurant durchführen, weil sich die von den Suhrer Behörden angefragten Anwohner dagegen aussprachen.

Und die Keba liefert den Juristen weiterhin Arbeit. So hat sich das Verwaltungsgericht kurz vor Weihnachten mit der Lüftung direkt über dem Haupteingang der Keba auseinandergesetzt. Gemäss dem Urteil muss der Monoblock jetzt schnellstmöglich eingehaust werden.

Schlittschuhlaufen? Hier hat es Eis

Aarau hat die älteste Kunsteisbahn (eröffnet 1959). Aber auch in Reinach, Rheinfelden, Wettingen und Wohlen können die Freunde des Schlittschuhsports selbst dann ihrem Hobby frönen, wenn es draussen nicht eisig kalt ist – so wie jetzt. Während die Keba in Aarau bereits saniert und erweitert ist, entsteht in Wohlen zurzeit neben dem alten ein neues Eisfeld mit einer einfachen Überdachung. Und auch in Wettingen werden Millionen investiert – ab Frühling.

Reinach: Die Eisbahn ist in der Regel von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet. Am Samstag, 30. Dezember, von 13 bis 16.30 Uhr sowie am Sonntag, 31. Dezember, und am Montag,
1. Januar, je von 10 bis 16 Uhr.

Rheinfelden: Die Kunsteisbahn ist heute Freitag und morgen Samstag von 10 bis 16.30 Uhr offen. Am Sonntag nur bis 16 Uhr. Und am Montag, 1. Januar, von 13 bis 17 Uhr. Am Dienstag dann von 9 bis 17 Uhr.

Wettingen: Das Eislauffeld ist täglich von 10 bis mindestens 19 Uhr geöffnet. Am Samstag, 31. Dezember, und am Dienstag, 2. Januar, von 9 bis 18 Uhr (am 1. Januar ist die Anlage geschlossen).

Wohlen: Die Eisbahn ist normalerweise von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet, am Freitag auch von 20 bis 22 Uhr. Am Samstag von 13.30 bis 16.30 Uhr und am Sonntag von 9.30 bis 16 Uhr. Am Dienstag, 2. Januar, ist die Eisbahn geschlossen.

Aber ansonsten läuft es in der für 20,7 Millionen Franken totalsanierten Keba gut. Die grössten Kinderkrankheiten sind überwunden. Es geht jetzt noch um die Feineinstellung, für die es gemäss den Erfahrungen in anderen Hallen zwei bis drei Saisons braucht. Die neue Anlage wurde Ende November 2016 eröffnet. Also leicht verspätet. Und wegen des Bewilligungspuffs waren die Öffnungszeiten in den letzten Wochen eingeschränkt. Dennoch konnte die Keba im Winter 2016/17 besuchermässig einen absoluten Rekord verzeichnen. Präsident Zaugg spricht von 100 000 bis 120 000 Nutzern. So genau weiss man das nicht, weil die Vereine nicht jeden einzelnen Schlittschuhläufer registrieren. Und jetzt? «Die Anfangseuphorie ist verflogen. Wir haben nicht mehr den Ansturm wie im letzten Jahr. Aber jetzt, während der Festtage, sind die Halle und das Aussenfeld meistens voll», so Betriebsleiter Hochuli. Aus Sicht des Eismeisters war der Oktober zu warm, der November okay, und im Dezember hat es zu viel Schnee.

Nach der Anpassung im letzten hat die Keba die Preise dieses Jahr unverändert belassen (Kinder ab 6 Jahren 4 Franken, Erwachsene 7 Franken). Wie die Skifahrer mieten auch die Schlittschuhläufer vermehrt ihre Sportgeräte. Der Umsatz der Schlittschuh-Vermietung stieg in der letzten Saison auf 150 000 Franken (Vorjahr 130 000 Franken). Das führt zu Mehrarbeit – wie generell die grössere Anlage das Personal stärker beansprucht.

Um einen Drittel gestiegen sind auch die Energiekosten. Wegen der Grösse, aber auch wegen des Minergie-Status der neuen Anlage. So wird die Halle neu auf elf Grad geheizt – damit die Dachträger (Binder) nicht mehr feucht werden und es nicht mehr tropft.

Das gedeckte Aussenfeld der Keba ist heute von 9.30 bis 22 Uhr geöffnet. Am Samstag bis 20 Uhr, am Sonntag bis 17 Uhr.