AAR bus+bahn-Direktor Mathias Grünenfelder schwebte auf Wolke sieben: «Wir haben zur Einweihung des Bahnhof-Ausbaus die mit 120 Metern längste Zugskomposition einfahren lassen. Sie hat problemlos Platz», konstatierte er mit einem zufriedenen Lächeln.

13,5 Mio. Franken hat die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) in den vergangenen Monaten in den Ausbau ihres «Hauptbahnhofes» (Zitat: Verwaltungsratspräsident Kaspar Hemmeler) gesteckt. Der Mittelperron wurde vergrössert und überdacht, mit einer neuen Zugangsrampe und -treppe hat man die Personenkapazität wesentlich erweitert, und mit einer Optimierung der Gleisanlagen ist der Bahnhof auch verkehrstechnisch deutlich leistungsfähiger geworden.

«Unsere Strategie ist die richtige»

«Dieser Ausbau war dringend nötig. Wir haben innerhalb der vergangenen 11 Jahre bei den Passagierzahlen eine Zunahme von 45Prozent verzeichnet. Den heutigen Frequenzen von 20000 bis 30000 Fahrgästen pro Tag waren unsere seit 1967 unveränderten Anlagen nicht mehr gewachsen. Jetzt haben wir sie auf Vordermann gebracht und auf eine Zukunft getrimmt, die weitere starke Frequenzzunahmen erwarten lässt.»

Und trotz anderen Signalen aus den Verwaltungsetagen im Bundesamt für Verkehr setze man auch weiterhin auf die Bahn und deren Ausbau. Als Nächstes würde schon 2013 die Anpassung der Bahnhöfe Oberkulm und Zetzwil folgen: «Unsere Strategie ist die richtige», gab sich Hemmeler an der offiziellen Inbetriebnahme der optimierten Anlagen überzeugt.

Aaraus Stadtammann Marcel Guignard hieb in die gleiche Kerbe: «Die Rentabilitätsuntersuchung mit der Empfehlung, die WSB auf Busbetrieb umzustellen, ist bei uns als Witz angekommen», hielt er fest und empfahl «den Beamten im Bundesamt für Verkehr», dem Bahnhof zu Stosszeiten einen Besuch abzustatten: «Dann werden diese Herren von selber sehen, dass so viele Leute wohl kaum so einfach in Busse verfrachtet und ins Wynental gefahren werden können.» Und, setzte Guignard noch einen drauf, «wenn es die WSB nicht gäbe, müsste man sie erfinden.»

Ohne WSB unvorstellbar

Auch für Baudirektor und Verkehrsminister Peter Beyeler ist «eine Zukunft ohne WSB unvorstellbar». Die ganze Übung mit der Rentabilitätsuntersuchung rieche sowieso ganz danach, als ob sich der Bund aus seiner Finanzbeteiligung für den öffentlichen Regionalverkehr davonschleichen wolle. Dann müssten sich die Kantone halt selber helfen, meinte Beyeler und gab sich davon überzeugt, dass der öV und dessen Finanzierung auch vom Kantonsparlament sehr ernst genommen werde.

Selbstverständlich, sagte der scheidende Regierungsrat dann aber doch auch noch, wolle der Kanton nicht nur Leistungen erbringen, sondern auch Leistungen sehen.

Seit er sein Amt im Regierungsrat angetreten habe, sei viel in die Verbesserung von Infrastruktur und Komfort investiert worden. Das habe letztlich dazu geführt, dass immer mehr Leute auf den öffentlichen Verkehr umgestiegen seien: «Da», sagte Beyeler, «sind wir weiterhin gefordert, dürfen anderseits aber auch die Rentabilität nicht aus den Augen verlieren.» Bei der WSB hätte er diesbezüglich keine Bedenken: «Da wird sehr kostenbewusst gearbeitet.»