Gränichen

Nach 2 Jahren Widerstand: Baubewilligung für Liebegg-Asylzentrum

Die unterirdische Zivilschutzanlage auf der Liebegg. (Archiv)

Die unterirdische Zivilschutzanlage auf der Liebegg. (Archiv)

Der Gemeinderat von Gränichen hat die Baubewilligung für das Asylzentrum auf dem Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg erteilt. Die Einsprachen wurden damit abgewiesen. Der Entscheid ist aber noch nicht rechtskräftig.

Der Kanton will 60 Asylbewerber in einer ehemaligen unterirdischen Militäranlage auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg unterbringen. Ein entsprechendes Baugesuch lag im Frühjahr bei der Gemeinde Gränichen auf.

Dagegen gingen mehrere Einwendungen ein, unter anderem eine Sammeleinsprache mit zahlreichen Unterschriften aus den umliegenden Quartieren. Auf Anfrage der az sagt nun Gemeindeammann Rolf Arber: «Der Gemeinderat hat die Baubewilligung am 24. August erteilt.» Dies, nachdem der Rat die Einsprachen abgehandelt und schliesslich abgewiesen habe.

Noch vor zwei Jahren, als die Pläne des Kantons für die Asylunterkunft auf der Liebegg bekannt wurden, hatte der Ammann an einer Infoveranstaltung betont, der Gemeinderat sei von Anfang an gegen die Unterkunft gewesen und hätte alles unternommen, um das Vorhaben zu verhindern. Heute sagt Arber, die Sache sei nun von Seiten des Gemeinderates «in Ordnung».

Bis etwa Ende September haben die Gegner der Asylunterkunft Zeit, den Bewilligungsentscheid des Gemeinderates zuerst beim Regierungsrat und allenfalls später beim Verwaltungsgericht anzufechten. Rolf Arber mag nicht spekulieren, ob die Gegner ihren Widerstand nun aufgeben oder nicht.

Der Ammann lässt aber durchblicken, dass er die Chancen der Einsprecher als eher gering einstuft – weil sich ihre Vorbehalte und Argumente eher gegen die Aufnahme von Asylsuchenden in Gränichen im Allgemeinen und nicht gegen das konkrete Baugesuch des Kantons richten. Das sei auch der Grund gewesen, weshalb der Gemeinderat die Einwendungen schliesslich ablehnen musste.

Auf Einzelforderungen sei in mehreren Verhandlungen und Gesprächen mit dem Departement Hochuli in den vergangenen Monaten eingegangen worden. So werde der Kanton dem Wunsch eines Anstössers entsprechen und einen Aufenthaltscontainer in einem anderen Winkel als ursprünglich geplant aufstellen.

Fechten die Asylunterkunfts-Gegner die Baubewilligung innert der gesetzlichen Frist nicht an, wird sie rechtskräftig. «Der Kanton hat dann freie Hand und kann mit den notwendigen Umbaumassnahmen beginnen», sagt Rolf Arber. In der unterirdischen Anlage sollen die Sanitäreinrichtungen ergänzt, der Brandschutz und die Fluchtwege angepasst sowie einige Küchengeräte ersetzt werden. Bis die Unterkunft bezugsbereit ist, wird es laut Balz Bruder, Mediensprecher des Departements Gesundheit und Soziales, ein Vierteljahr dauern.

«Während der Bauphase werden der Gemeinderat und der Kanton gemeinsam die Rahmenbedingungen für den Betrieb definieren», sagt Gemeindeammann Arber. Unter anderem verlange die Gemeinde ein Betreuungs- und Sicherheitskonzept; der Kanton habe Gränichen ein Mitspracherecht zugesagt.

Der Betrieb der Unterkunft Liebegg ist auf drei Jahre befristet. Einziehen sollen allein reisende Männer, die sich im laufenden Asylverfahren befinden. Sie sollen maximal drei bis sechs Monate in der Unterkunft bleiben.

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