Aarau Rohr

Musikgesellschaft Rohr mutierte zur Fluggesellschaft und hob ab

Die Musikanten feierten den 120. Geburtstag auf einer unterhaltsamen Flugreise. sih

Die Musikanten feierten den 120. Geburtstag auf einer unterhaltsamen Flugreise. sih

Das Programm kam wie ein Boarding-Pass daher und vor dem Abflug hatte die MG Rohr anlässlich ihres 120. Geburtstages einen Apéro offeriert. Das Konzert der Musikgesellschaft Aarau Rohr wurde zur unterhaltsamen Flugreise.

«Wegen einer Schlechtwetterfront verspätet sich unser Abflug um zirka zehn Minuten», ertönte die Stimme aus dem Off. Die Passagiere, an welche diese Durchsage am Samstagabend gerichtet war, sassen zwar in der Auenhalle in Rohr, fühlten sich aber tatsächlich fast wie auf einem Mittelstreckenflug. Am Eingang waren sie von Flight Attendants in schmucken Uniformen empfangen worden.

Mitten durch die «Flugpassagiere» hindurch marschierten die Musikanten auf, stellten sich vor die Bühne und begrüssten ihr Publikum mit dem Marsch «Flying Eagle». Danach formierten sie sich auf der Bühne zur Konzertaufstellung. Grossen Applaus gab es beim Auftritt des Dirigenten Fritz Schaub, der sich stilecht in eine Pilotenuniform gekleidet hatte.

Musik aus höheren Sphären

Danach ertönte lauter Fluglärm, am Bühnenbild, einem Flugzeug der Fluggesellschaft Rohr, blinkten die Lichter, die Reise konnte beginnen. Bei der Auswahl der Musikstücke hatte man sich ganz vom Thema des Abends leiten lassen.

«Fly me to the Moon», bekannt vor allem in einer Interpretation von Frank Sinatra, machte den Anfang. «Mission Impossible» war keine unmögliche Aufgabe für das Musikkorps und natürlich durften «Über den Wolken» von Reinhard May und «Heaven» von Gotthard nicht fehlen. Mit «99 Luftballons» ging es in die Pause.

Durch das Programm führten die beiden Ehrendamen Judith Wildi und Myriam Orler, die heuer als Flugbegleiterinnen fungierten und nicht nur die Musikstücke vorstellten, sondern das Publikum auch mit Sicherheitstipps unterhielten.

Die MG Rohr war regelrecht überrannt worden. Wer nicht reserviert hatte, musste sich früh einfinden, um noch einen Platz zu ergattern. «Wir werden nächstes Mal einen grösseren Flieger bestellen», versprach Präsident Lothar Stoltenberg. Auch die Küche kam an ihre Grenzen. So war die anfangs erwähnte Abflugsverspätung in Wahrheit nicht auf eine Schlechtwetterfront zurückzuführen, sondern auf Verzögerungen bei der Essensausgabe. Und in der Pause reichten die Lose nicht bis zu den hinteren Plätzen.

Männer in fliegenden Kisten

Doch das Publikum konnte den Unterhaltungsabend trotzdem geniessen, denn die aufgestellten Musikvorträge liessen allenfalls knurrende Mägen rasch vergessen. Und im zweiten Teil des Konzertes, den die Musikanten in Hawaiihemden spielten, tauten die Konzertbesucher auf. Nach «Fascinating Swiss Wind-Music» von Pepe Lienhard und «I Believe I Can Fly» von R. Kelly folgten die Lieblingsstücke des Publikums: Für «Those Magnificent Men in their Flying Machines» gab es Bravo-Rufe und von «Great Balls of Fire», bekannt aus dem Film «Top Gun» wurde gar eine Zugabe verlangt.

Grossen Beifall erhielten David Kapaurer, Lothar Stoltenberg und vor allem Fredi Hächler, die für 35 beziehungsweise sogar 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden. Nach «Time to Say Goodbye», zwei Zugaben und einer sanften Landung entstieg die Crew der Fluggesellschaft Rohr unter grossem Applaus dem Flugzeug.

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