Gränichen
Musik aus New York für den rebellischen Geist

Die 18. Auflage des Open Airs im Moortal sorgt bei den rund 1200 Gästen des Festivals für wilde Begeisterung. Mittwoch bis Sonntag traten viele Bands auf. Unter anderem auch Musiker aus New York.

Markus Christen
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Die Metal-Fans pilgerten im vergangenen Jahr zahlreich ans Gränicher Open Air.mc

Die Metal-Fans pilgerten im vergangenen Jahr zahlreich ans Gränicher Open Air.mc

Es ist ein kurzer Weg vom Parkplatz auf das Festgelände. Kurz und unterhaltsam. Die Vorfreude auf das Open Air Gränichen, das in diesem Jahr seine 18. Austragung feierte, steigt.

Zum ersten Mal wurde dabei das Festivalgelände bereits am Mittwoch für ein Kinderkonzert geöffnet. Auf der Nebenbühne im Festzelt unterhielten Christian Schenker und Grüüveli Tüüfeli die jüngsten Festivalbesucher mit ihren Liedern «für Kinder und solche, dies werden wollen». Für den Konzertfreitag im Moortal konnten die Veranstalter dann einen gewichtigen Namen gewinnen. Der Bluesmusiker Philipp Fankhauser betrat als Headliner die Hauptbühne. Seine Bekanntheit war sicher mit ein Grund für die guten Besucherzahlen. Rund 1200 Festivalgäste durften die Organisatoren begrüssen. Ein erfolgreicher Auftakt ins Konzertwochenende.

Laute Gitarren und wilder Gesang

«Mit den Konzerten am Freitag wollen wir unter anderem auch im Dorf Akzeptanz schaffen für unser Festival», sagt Ronny Stirnemann, Co-Präsident des Trägervereins Openair Gränichen. Seit der Gründung im Jahr 1995 sind die rund 150 Vereinsmitglieder um eine gelungene Veranstaltung bemüht. Profitieren konnten sie in diesem Jahr auch vom hervorragenden Wetter. «Es sieht gut aus, was die Besucherzahlen betrifft», so Stirnemanns erstes Fazit.

Im Gegensatz zu den Konzerten am Freitag, die einem breiteren Publikum zugänglich sind, ist die Musik, die am Samstag im Moortal gespielt wird, eher einem spezifischen Publikum verpflichtet. Es dominieren laute Gitarren und wilder, wütender Gesang. Die Tattoo-Dichte auf dem Festivalgelände ist überdurchschnittlich hoch und vor den zwei Bühnen geht nicht nur bei den sogenannten Post-Hardcore-Bands die Post ab.

«Viele interessante Leute»

«Mit dem Open Air möchten wir auch einen kulturellen Beitrag leisten», so Ronny Stirnemann. Deshalb steht der Open-Air-Samstag seit nun 18 Jahren im Zeichen des harten Rocks, und man verzichtet auf radiotaugliche Musik. Hört man sich unter den Festivalbesuchern um, findet ein Argument sehr oft Erwähnung, das die Reise nach Gränichen lohnenswert mache. «Es hat viele interessante Leute hier», fasst es Erwin Müller, ein Heavy-Metal-Fan aus Boswil, zusammen. Er besucht das Open Air Gränichen bereits zum fünfzehnten Mal.

Besonders viele Open-Air-Besucher sind auch wegen der New Yorker Band Madball nach Gränichen gereist. «Wir machen Musik für den rebellischen Geist», ruft Sänger Freddy Cricien ins Publikum und dieses beginnt auf der Stelle seinen Worten Ausdruck zu verleihen. Körper werden aneinandergeschleudert. Köpfe und Haare geschüttelt. Einige Wagemutige lassen sich beim sogenannten Crowdsurfing auf Händen tragen. Nach jedem Song, so scheint es, brauchen die Zuhörer eine kurze Verschnaufpause. Dann hämmert das Schlagzeug aufs Neue los. Die Rebellion kann weitergehen.