Aarau
Musig i de Altstadt: «Wir haben überall einen Gang höher geschaltet»

Am Wochenende rockt «Musig i de Altstadt» – mit kleinen, feinen Unterschieden.

Von Katja Schlegel
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Das Organisationskomitee vom 13. «Musig i de Altstadt» im Stadthöfli: Thomas Garcia, Oliver Dredge, Céleste Urech und Christian Senn (von links).Mario Heller

Das Organisationskomitee vom 13. «Musig i de Altstadt» im Stadthöfli: Thomas Garcia, Oliver Dredge, Céleste Urech und Christian Senn (von links).Mario Heller

Mario Heller

42 Bands auf 21 Bühnen innert zweier Tage – das ist «Musig i de Altstadt», kurz Mida. Und das ist viel Arbeit. Bis zur letzten Minute. Hunderte kleine Pendenzen, Anfragen, Abklärungen und Botengänge, die vom Organisationskomitee mit Céleste Urech (Präsident), Christian Senn, Thomas Garcia und Oliver Dredge noch erledigt werden müssen.

Auch wenn es das 13. Mida überhaupt ist und die meisten OK-Mitglieder bereits letztes Jahr mitgearbeitet haben, so ist es doch längst keine Gewohnheit. Vieles hat sich im Vergleich zum Vorjahr geändert, vieles im Kleinen. So gibt es für die Besucher nebst den Restaurants auf dem Platz «Zwischen den Toren» zusätzliche Essensstände. «Ausserdem haben wir vor der Markthalle die Aussenbar und die Sitzmöglichkeiten verschoben, damit die Besucher mehr Platz haben und wir das Sardinenbüchsen-Gefühl der letzten Jahre vermeiden können», sagt Christian Senn.

Neu ist auch, dass die Markthalle nachts bis 1 Uhr und damit eine Stunde länger als bisher bespielt werden kann. Ausserdem ist der Graben für sämtlichen Verkehr – auch den Bus – gesperrt, damit es vor der Holzmarkt-Bühne nicht zu eng wird.

42 Bands ...

... treten am 13. «Musig i de Altstadt» auf. Headliner ist James Gruntz, der am Samstag exklusiv auftritt – zwei Wochen vor seinem Albumrelease. Am Freitag steht mit «Käptn Peng & die Tentakel von Delphi» eine Live-Band auf der Bühne, die auch mal Musik mit Küchengeräten macht. Angesagt sind am Samstagnachmittag auch vier Überraschungs-Acts, die vor dem regulären Programm in vier Geschäftslokalen auftreten – mitten zwischen Verkaufstresen und Regalen. «Ein ungewohntes Format, das extrem gut ankommt», sagt Thomas Garcia und lässt die Katze aus dem Sack: Im «Notenschlüssel» tritt Cris Rellah auf (14 Uhr), im «Brillenhaus» Steven Eli (15 Uhr), im «Kaufhaus zum Glück» Silent Neighbor (16 Uhr) und im «Unverpackt Aarau» East Sisters (17 Uhr).

Festival-Erlebnis ausbauen

Mehr Platz gibt es auch für die Bands – nicht auf, sondern neben der Bühne. «Wir haben erstmals eine Begegnungszone eingerichtet, in der die Bands die Möglichkeit haben, sich auszutauschen», sagt Thomas Garcia. Das geschieht nicht ohne Hintergedanke: «Wir hoffen, dass die Musiker so spontan neue Konstellationen bilden und vor der ‹Krone› zusammen ‹jammen›», sagt Garcia. Damit das etwas Schub bekommt, werden die Musiker von einem Gastgeber betreut. «Wir geben den Bands einen Schubs; was daraus entsteht, ist völlig offen», sagt Oliver Dredge.

Ziel all dieser Neuerungen ist vor allem eines: Das Festival-Erlebnis ausbauen. «Wir wollen den Festivalcharakter verstärken, bei uns spielt die Musik die absolute Hauptrolle», sagt Thomas Garcia.

Das zeigt sich nicht nur in der Gewichtung, sondern vor allem auch in der Technik. Bisher hatten die Bands ihre Technik für die kleinen Stadtbühnen selbst mitgebracht. «Neu statten wir sämtliche Bühnen mit Technik aus, die von erfahrenen Leuten bedient wird», sagt Oliver Dredge. Das bedeute eine gewaltige Vorarbeit, verbessere das Klangerlebnis aber enorm. Die Bühnen selbst werden schlicht gehalten. «Riesige Bühnen lenken nur von der Hauptsache ab: Gute Musik vor der Kulisse der Altstadt», sagt Thomas Garcia.

Leitfaden für die Beizer

Pro Abend kann das OK auf eine Helferschar von 40 Leuten bauen. «Ohne ihren freiwilligen Einsatz wäre der Anlass nicht zu stemmen», sagt Céleste Urech. Doch nicht nur die Helfer zählen, sondern insbesondere auch die Unterstützung der Beizer, die die Bühnen betreuen. «Der Erfolg des letzten Jahres hallt nach, wir treffen vonseiten der Beizer auf enorm viel Goodwill», sagt Urech.

Damit auch hier alles noch professioneller wird, haben die Beizer vom OK unter anderem einen Leitfaden mit praktischen Hinweisen zum Umgang mit den Bands bekommen. So werden die Beizer unter anderem gebeten, die Bands vor dem Antritt anzukünden oder ihnen einen Tisch für den CD-Verkauf zur Verfügung zu stellen. «Genau solche kleinen, feinen Unterschiede machen es aus, dass wir künftig vermehrt auch internationale Bands nach Aarau werden holen können», sagt Thomas Garcia. Und Oliver Dredge ergänzt: «Wir haben überall einen Gang höher geschaltet, das spürt man.»

Nur eines bleibt offen

Bei aller Vorbereitung – eines haben die Organisatoren nicht in der Hand: das Wetter. «Die Zuschauerzahlen sind natürlich wetterabhängig», sagt Christian Senn mit Seitenblick auf die Wetter-App. Noch sieht es nach einem heissen, trockenen Wochenende aus. Doch eigentlich spiele die Zuschauerzahl keine allzu grosse Rolle. «Diese Zahl ist kein Gradmesser, ob dieses ‹Musig i de Altstadt› ein Erfolg ist, oder nicht», sagt Oliver Dredge. «Was zählt, ist einzig und allein die Stimmung.»

Musig i de Altstadt am 25. und 26. August. Die Veranstaltung ist kostenlos. Den Festival-Button für 5 Franken (oder 20 Franken gibt es ab sofort in allen teilnehmenden Restaurants und bei aarau info.

"Musig i de Altstadt": Hier werden die Konzerte gegeben

"Musig i de Altstadt": Hier werden die Konzerte gegeben

HO

Programm

FREITAG, 25. AUGUST 2017

19.00 Open Stage • vorbeikommen, einschreiben, spielen Krone

20.00 Sam Stauffer & Matthias Ackermann • Irish Laterne

20.00 Veronica Fusaro • Pop Stadtmuseum/Foyer

20.00 Artlu Bubble & the Dead Animal Gang • Kitchen-Folk, Rock Waldmeier/ Holzmarkt

20.30 Oli Kehrli • Berner Troubadour Liz & Chrege

20.30 Sebalter • Folk, Pop Panini

20.30 Dachs • Electro Mundart Pop, by KIFF Tuchlaube, Stadthöfli

21.00 Rappel & Gebläse • Chanson La Creperie

21.00 Mark Kelly • Singer- Songwriter, Folk Platzhirsch

21.00 Krone Jam • Plug n Play Krone

21.00 Käptn Peng & die Tentakel von Delphi • Dada Alternative Hip Hop

Markthalle

21.30 Octanone • Electro Jojo

21.30 Lilly Among Clouds • Pop Kettenbrücke

21.30 Memory of an Elephant • Folk Mr. Pickwick

22.00 Pedestrians • Reggae, Ska, Pop Waldmeier/ Holzmarkt

22.30 Samba de la Muerte • African Oriental Electro Pop, by KIFF Tuchlaube/ Stadthöfli

22.30 Sexy • Rock Butcher Street Pub

23.30 Meute • Techno Marching Band Markthalle

SAMSTAG, 26. August

14.00 Surprise Act • Info kurz vor Anlass Notenschlüssel

15.00 Surprise Act • Info kurz vor Anlass Brillenhaus

16.00 Surprise Act • Info kurz vor Anlass Kaufhaus zum Glück

17.00 Surprise Act • Info kurz vor Anlass Unverpackt Aarau

17.00 Flying Piranhas • Beste Schülerband BandX Aaragau Krone

17.00 Who’s Panda • Vintage Disco Markthalle

19.00 Damian Lynn • Singer- Songwriter, Pop Markthalle

19.00 Open Stage • vorbeikommen, einschreiben, spielen Krone

20.00 Ricky Harsh • Rock Waldmeier/Holzmarkt

20.00 Dominic Schoemaker • Blues Altstadt

20.30 Orgelkonzert • Orgelimprovisation zu Stummfilm Stadtkirche

20.30 Me + Marie • Indie Rock Pop, by KIFF Tuchlaube/Stadthöfli

20.30 Marey • Indie-Folk Liz & Chrege

20.30 Claudia Masika • Afro-Fusion Panini

21.00 James Gruntz • Pop Funk Soul Markthalle

21.00 Krone Jam • Plug n Play Krone

21.00 The Espionne • Alternative Pop, New Wave Platzhirsch

21.30 Phototaxis • Electro-Soul aus Tel Aviv Jojo

21.30 Chamito • Reggae Caribbean Cumbia Mr. Pickwick

22.00 Professor Wouassa • Afro Beat Funk Waldmeier/Holzmarkt

22.00 Trio Joey Oz • Latin Jazz El Camino

22.30 Crimer • Electro Pop Wave, by KIFF Tuchlaube, Stadthöfli

22.30 Bonosera • Rock Butcher Street Pub

23.30 Suma Covjek • Balkan Polka World Beat Markthalle