Während zwölf Jahren hat Domenico Finocchiaro «Musig i de Altstadt» mitgeprägt. Zuletzt als OK-Präsident. Jetzt tritt der Schulleiter (KV Bern) ab – und wie. «Wir hatten am Freitag und am Samstag einen absoluten Publikumsrekord», freut sich der 39-Jährige. Neben dem schönen Spätsommerwetter habe sicher das überdurchschnittlich vielseitige Programm zum Erfolg beigetragen. Zu hören waren Interpreten mit teilweise bekannten Namen. So etwa Faber, einer der erfolgreichsten Newcomer der Schweizer Popszene. Oder die Delinquent Habits, eine legendäre Hip-Hop-Band aus Los Angeles.

Der Publikumsansturm hat die Organisatoren des Open-Air-Events aufs Äusserste gefordert: «Wir waren etwas überrumpelt», gibt Finocchiaro zu. Speziell am Freitagabend: Zum ersten Mal stand auf dem Holzmarkt eine Bühne. Dort hatte es so viel Volk, dass der Graben für den Normalverkehr eine Stunde lang gesperrt werden musste. «Die Polizei hat uns sehr unbürokratisch geholfen», sagt Finocchiaro.

Keine Lärmklagen

Laut Stadtpolizei-Chef Daniel Ringier verliefen die beiden Abende ohne Vorfälle. Und: «Lärmklagen an die Stadtpolizei im Zusammenhang mit dem Fest selbst sind keine eingegangen.»

Wegen des Publikumsaufmarsches war seitens von AAR bus+bahn am Graben etwas Flexibilität gefragt. «Wir konnten aber alle Kurse fahren», sagt Sprecher Erwin Rosenast. Ab 19.30 Uhr seien die Busse stadtauswärts wie geplant nach dem Graben nicht mehr durch die Metzgergasse, sondern über den Tellirain gefahren.

«Musig i de Altstadt» ist für das Publikum gratis. Die Organisatoren finanzieren den Anlass mithilfe von Sponsoren und dem Verkauf von Buttons. Es dürften rund 2000 Stück verkauft worden sein.

Wie geht es nach der Ära Finocchiaro mit dem Open-Air-Event weiter? Es übernimmt eine dreiköpfige Gruppe: Christian Senn, Céleste Urech und Thomas Garcia. Sie waren bereits jetzt bei «Musig i de Altstadt» mit dabei. Inwiefern sie die Veranstaltung verändern werden, ist noch offen. Finocchiaro sagt: «Wir haben etwas Schönes erschaffen. Ich nehme an, es wird im ähnlichen Stil weitergehen. Die Musik soll im Zentrum stehen. Wir wollen keinen zweiten Maienzug-Vorabend.»

Für Stadtpolizei-Chef Ringier steht nach dem Publikumserfolg 2016 fest: «Gestützt auf die Entwicklung des Anlasses wird die Stadtpolizei das Gespräch mit den Organisatoren suchen und die getroffenen Dispositionen überprüfen müssen.»

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