Aarau

«Musig i de Altstadt» hat Aarau im Sack – die schönsten Bilder vom Event

Am Freitagabend gab es die erste Ladung Musik – am Samstag geht das «MidA» in die zweite Runde. Wir zeigen dir die schönsten Bilder vom Auftaktabend.

Noch Minuten zuvor war die Markthalle praktisch leer. Jetzt ist sie propenvoll. Man tanzt und wiegt sich, schiebt sich zusammen für die, die zu spät ihr Plätzchen suchen, man tritt sich gegenseitig auf die Zehen und schüttet sich Bier über die Schulter, aber was solls.

Auf der Bühne geht es rund, da stehen die Musiker mit Lampen vor dem Gesicht wie sie nur Zahnärzte tragen, da liegt Grossmutters Tischdecke, da steckt ein Hirn aus Gummi neben einer Klobürste, da wackelt ein Blumenstrauss im Takt. Und dann ist da diese Musik, von der man das Gefühl kriegt, irgendwo am See zu liegen, ein Gefühl von weit weg, so mitten im Getümmel.

Ein Querschnitt durch Musig i de Altstadt 2017: Dachs, Käptn Peng & die Tentakel von Delphi, James Gruntz, Meute, Samba de la Muerte, Professor Wouassa.

Ein Querschnitt durch Musig i de Altstadt 2017: Dachs, Käptn Peng & die Tentakel von Delphi, James Gruntz, Meute, Samba de la Muerte, Professor Wouassa.

«Musig i de Altstadt» – das sind zwei Tage vollgepackt mit 42 Konzerten auf 21 Bühnen und 211 Künstler – hier ein kleiner Querschnitt durch das Musikfest.

Wer denkt da noch an flache Zehen oder Bier auf der Schulter. Und der Kerl nebenan brüllt seinem Kollegen ins Ohr: «Ich hab gedacht, das sei ein Kinderkonzert!»

Es ist Freitagabend kurz nach 21 Uhr. Auf der Bühne stehen «Käptn Peng & die Tentakel von Delphi» und das Publikum tobt. Es ist «Musig i de Altstadt». Und wie.

Musig i de Altstadt 2017: Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi in der prall gefüllten Aarauer Markthalle.

Musig i de Altstadt 2017: Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi in der prall gefüllten Aarauer Markthalle.

Jedem so, wies ihm gefällt

«Musig i de Altstadt» – das sind nicht nur zwei Tage vollgepackt mit 42 Konzerten auf 21 Bühnen. Das sind auch 211 Künstler, das sind 40 freiwillige Helfer pro Abend, das sind über 20 Tonnen Bühnenmaterial, rund 25 Kilometer Kabel, das sind noch einmal zwölf Bands, die auf der Open Stage auftreten und es sind vor allem Tausende Stunden Freiwilligenarbeit. Und das alles gibt es kostenlos – ein Festival-Button auf der Brust ist Ehrensache.

Musig i de Altstadt 2017: Dachs aus St.Gallen überzeugten nicht nur mit ihrem trockenen Humor auf der Tuchlaube-Bühne im Stadthöfli.

Musig i de Altstadt 2017: Dachs aus St.Gallen überzeugten nicht nur mit ihrem trockenen Humor auf der Tuchlaube-Bühne im Stadthöfli.

Das St. Galler Duo liefert unverschämt stilsicheren, bombastischen Electro-Pop – auf Mundart natürlich.

«Musig i de Altstadt» ist Gedränge vor der Bühne in der Markthalle bei den verrückten Hip-Hoppern aus Hamburg. Aber es ist zum Beispiel auch ein bisschen Irland mit «Sam Stauffer & Matthias Ackermann» vor der Laterne, locker flockig mit den nackten Füssen im Stadtbach, ein Hauch Frankreich mit «Rappel & Gebläse» vor der Crêperie, oder ein Geschnippe und Gelächter mit dem Tessiner «Sebalter» vor dem Panini, jeder so, wie es ihm am liebsten ist.

Musig i de Altstadt 2017: James Gruntz begeisterte am Samstag das Publikum in der Aarauer Markthalle.

Musig i de Altstadt 2017: James Gruntz begeisterte am Samstag das Publikum in der Aarauer Markthalle

Und wenn einem etwas nicht gefällt, geht man einfach weiter, an jeder Ecke findet man eine neue Bühne, eine neue Möglichkeit, Unbekanntes zu entdecken. Dafür muss man sich noch nicht einmal ein Gequetsche antun, zwar hat es viele Leute, aber so, dass es einem wohl ist. Die vielen Veranstaltungen, die zeitgleich stattfinden, haben die Gassen etwas gelichtet. Aber vermissen tut die Enge keiner. «Wer braucht da schon die Badenfahrt?», sagt eine in die Runde und die Runde nickt.

Musig i de Altstadt 2017: «Samba de la Muerte» bei ihrem Auftritt in der Tuchlaube am Freitag – die Luzerner Band machen tanzbaren «African Oriental Electro Pop».

Musig i de Altstadt 2017: «Samba de la Muerte» bei ihrem Auftritt in der Tuchlaube am Freitag – die Luzerner Band machen tanzbaren «African Oriental Electro Pop».

Samstag ab 14 Uhr finden weitere 24 Konzerte statt. Highlight des Abends ist das Konzert von James Gruntz (21 Uhr in der Markthalle).

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