Vor einer Woche bebte Aarau: «Musig i de Altstadt», kurz MidA, lockte rund 14'000 Besucher in die Gassen, an 21 Spielorten fanden über 40 Konzerte statt. Die 14. Ausgabe des kostenlosen Festivals erfuhr einige Änderungen. Wie haben sich die bewährt, was bleibt, was wird verändert? Nachgefragt bei Christian Senn, Medienverantwortlicher des MidA-OK.

Christian Senn, wie fällt das Fazit eine Woche nach Musig i de Altstadt aus?

Christian Senn: Sehr gut. Wir haben in den letzten Tagen viele sehr gute Rückmeldungen bekommen, von Besuchern, Musikern und Behörden. Allen hat es gefallen, selbst der Regen konnte die Stimmung nicht trüben.

Es war gefühlt das erste MidA mit Regen – eure Erfahrung damit?

Es wären sicher mehr Besucher gekommen, wäre das Wetter am Samstag besser gewesen. Aber alle Konzerte waren sehr gut besucht, das ist unser Gradmesser. Für uns war der Regen eine wichtige Erfahrung. Wir wissen jetzt, dass «Musig i de Altstadt» auch mit Regen funktioniert.

Was ist aus Sicht des OK besonders gut gelaufen?

Der Wechsel der Hauptbühne von der Markthalle auf den Schlossplatz hat sich absolut gelohnt. Aber es war bereits im Vorfeld klar, dass auch der Schlossplatz nicht für einen Besucheraufmarsch, wie wir ihn bei Lo&Leduc hatten, ausgelegt ist. Als es Oliver Dredge vor Monaten gelang, Lo&Leduc zu buchen, hat niemand damit gerechnet, dass die Erfolgswelle so gross werden würde. Wichtig ist: Die Bühne Schlossplatz ist ausgelegt für die Beschallung des Schlossplatzes. Es war nie die Absicht, auch den Graben zu beschallen. Neu war die Nutzung des Kultur- und Kongresshauses für den Backstagebereich, Garderoben und Helferverpflegung – das hat gut geklappt. Auch Verbesserungen an der Technik und bei der Zusammenarbeit mit den Gastronomen in der Altstadt haben sich bewährt.

Trotz seiner Grösse ist das MidA noch immer eine kostenlose Veranstaltung. Wie sieht es dieses Jahr finanziell aus, hat es gereicht?

Das können wir noch nicht sagen. Wir haben sehr vorsichtig budgetiert, hatten wegen des Wetters aber kurzfristig mehr Auslagen. Etwa, um Bühnen und Technik regensicher zu machen.

Einen Festival-Pin zu kaufen ist Ehrensache. Wie lief der Verkauf?

Er lief gut, trotzdem müssen wir den Absatz noch optimieren. Die Bereitschaft der Besucher, einen Pin zu kaufen, ist da. Aber wir müssen es schaffen, besser an die Leute ranzukommen.

Was will das OK nächstes Jahr noch verbessern?

Wir möchten das Festival-Erlebnis weiter ausbauen. Obwohl wir den Essensbereich deutlich ausgebaut haben, gibt es immer noch Zeiten, in denen die Leute zu wenig schnell an Essen und Trinken kommen. Das muss besser werden. Und wir werden uns mit dem Werkhof punkto WC besprechen müssen. Eine zusätzliche WC-Anlage im Bereich Färberplatz respektive Markthalle ist denkbar. Ausserdem müssen wir besser kommunizieren, dass die Gastronomen ihre Toilettenanlagen zur Verfügung stellen.

Man hatte mitunter den Eindruck, es bräuchte mehr Abfallkübel.

Mit dem Besucheraufmarsch am Freitag gab es tatsächlich sehr viel Abfall, deshalb haben wir noch in der Nacht auf den Samstag aufgerüstet. Immerhin haben die Leute den Abfall schön in die Nähe der bestehenden Kübel gelegt, wenn diese überfüllt waren. Auch hier kann man allenfalls im nächsten Jahr noch etwas optimieren.

Haben Sie deswegen viele Reklamationen erhalten?

Es gab negative Rückmeldungen, aber nur wenige. Das Wichtigste ist: Weder Stadtpolizei noch Sanität haben Meldungen erhalten, die mit unserem Anlass im Zusammenhang standen. Die Behörden haben uns bestätigt, dass jederzeit alles im grünen Bereich war.