Aarau

Motion fordert: Doch noch ein neuer Velo-Steg zwischen Aarenau und Telli

Eine Motion bringt das Thema Veloverbindung erneut aufs Tapet. Denn der Zurlindensteg stosse an seine Kapazitätsgrenzen. Dieses Mal dürfte es teurer werden.

2012 sagte der Einwohnerrat ganz knapp Nein zu einer zusätzlichen Velo- und Fusswegverbindung zwischen der Aarenau und der Telli. Jetzt, gut sieben Jahre später, bringt eine politisch breit abgestützte Allianz das Thema wieder aufs Tapet – mit einer Motion.

Sie trägt ganze 27 Unterschriften von Ratsmitgliedern, Hauptinitianten sind Alexander Umbricht (GLP), Christoph Waldmeier (EVP), Ulrich Fischer (Pro Aarau), Petra Ohnsorg (Grüne), Lazlo Etesi (SP) und Lukas Häusermann (CVP).

Die Unterzeichnenden finden, angesichts der Bautätigkeit in der Aarenau und der bestehenden Lücke im Fuss- und Veloverkehrsnetz sei es an der Zeit, das Thema neu aufzunehmen. «Die kürzeste Fuss- und Veloverbindung zwischen dem bevölkerungsmässig sehr grossen Quartier Telli und der Aarenau führt über den Zurlindensteg», heisst es in der Motion. Das sei nicht nur ein grosser Umweg, sondern bringe den relativ schmalen Steg auch zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen - und es werde weiter gebaut in der Aarenau.

«Das Kreuzen von Fussgängern, Velofahrerinnen mit Anhängern, Hundehalterinnen und kinderwagenstossenden Vätern ist bereits heute anspruchsvoll.» Eine zusätzliche Verbindung sei «unabdingbar». Die Motionäre führen auch ins Feld, dass so die Schulraumplanung flexibler gestaltet werden könne. Ausserdem würde die Konfliktzone Philosophenweg, wo ebenfalls nur schwierig gekreuzt werden kann, entlastet.

Dieselben Argumente wie beim letzten Mal

Letztere sind freilich Argumente, die 2012 schon vorgebracht wurden. Damals hatte die Axpo Neubaupläne für ihr Kraftwerk Rüchlig. Im Zuge dessen hätte die Stadt gleich eine Veloverbindung an selber Stelle realisieren können. Das Bedürfnis sei da, befand der Stadtrat, und durch Synergiennutzung mit dem Kraftwerkneubau komme man «besonders kostengünstig» zu einem neuen Veloweg, der überdies schon seit 2005 ein Thema sei.

Konkret geplant waren zwei Brücken: (eine zur Querung des Kanals und eine über die Aare). Auf der Zurlinden-Insel selber hätte das Projekt eine Wildtierunterführung umfasst. Die Insel ist Teil des kantonalen Auenschutzparks. Die Brücken wären durchgehend 2,7 Meter breit geworden - 30 Zentimeter mehr als der Zurlindensteg.

Dieses mal dürfte es deutlich mehr kosten

Der Stadtrat beantragte 2012 einen Investitionskredit von 2,6 Mio. Franken. Wenn man ein solches Projekt unabhängig vom Kraftwerk umsetzen wolle, so rechnete die Stadtregierung damals vor, würde es gemäss Vorabklärungen zwischen 5,8 und 7,7 Mio. Franken kosten.

Keine Einwohnerrats-Fraktion stellte in jenem Sommer den Nutzen einer zusätzlichen Velo- und Fusswegverbindung über die Aare infrage. Es ging mehr ums Prinzip. SVP-Fraktionssprecherin Susanne Heuberger sagte: «Insbesondere die Tatsache, dass die geplante neue Fuss- und Veloverbindung durchaus nicht zwingend realisiert werden muss – Stichwort ‹nice to have› – und der Umstand, dass das ambitionierte städtische Investitionsprogramm angesichts der instabilen Haushaltsverhältnisse dringend entschlackt und auf Diät gesetzt werden muss, haben uns bewogen, heute einstimmig gegen das Projekt zu stimmen.» Das sei, so die SVP-Sprecherin damals, ein «erstes kleines, aber starkes Zeichen gegen den nicht länger tolerierbaren, rasanten Vermögensverzehr.»

Der Kredit wurde mit 21 zu 20 abgelehnt.

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