Gränichen
Mordfall Gränichen: Zwei Verdächtige müssen sich vor Gericht verantworten

Am 7. Oktober 2012 wurde ein 31-jähriger Schweizer in Gränichen erschossen. Die Staatsanwaltschaft hat nun gegen einen Bosnier und einen Schweizer Anklage erhoben. Dem Haupttäter wirft sie Mord vor, dem zweiten Mittäterschaft.

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Tötungsdelikt in Gränichen: Das Aufräumen am Tag danach
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Der Tatort am Tag danach: Die Spurensicherung untersucht das Areal.
Das Einschussloch am Tatort an der Industriestrasse in Gränichen.
Der Tatort in Gränichen am Montag.
Der Tatort am Montag in Gränichen.

Tötungsdelikt in Gränichen: Das Aufräumen am Tag danach

AZ

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den heute 42-jährigen Bosnier Anklage wegen Mords erhoben, gegen den heute 50-jährigen Schweizer lautet die Hauptanklage auf Mord begangen in Mittäterschaft beziehungsweise alternativ auf vorsätzliche Tötung. Das teilt die Staatsanwaltschaft am Montagmorgen mit.

Bei der Tat am 7. Oktober 2012 war der 31-jährige Schweizer David M. aus Teufenthal erschossen worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Motiv der Täter darin bestand, das Opfer «aus persönlichen Gründen zu beseitigen». Beide haben kein Geständnis abgelegt.

Zudem lägen über den Tathergang in der Werkstatt in einem Wohn- und Gewerbegebäude an der Industriestrasse, dem Arbeitsort des Opfers, keine klaren und widerspruchsfreien Schilderungen vor. Es kommt damit zu einem Indizienprozess.

David M. lebte seit einem Jahr getrennt von seiner Frau und den zwei gemeinsamen kleinen Kindern. Beim Schweizer Beschuldigten handelt es sich um den Chef der Firma, der auch ein guter Freund der Familie und eine Art Ersatz-Vater der Frau war. Am Tatabend sollte es zu einer Aussprache zwischen dem Ehepaar kommen.

Opfer in Werkstatt erschossen

Anwohner des Gränicher Wohn- und Gewerbegebäudes hörten an jenem Sonntagabend Schüsse und alarmierten die Polizei. Diese fand das David M. schwer verletzt am Boden liegen. Er verstarb noch am Tatort.

Die Polizei verhaftete den Firmenchef und seinen Schwager, dessen Wohnung sich oberhalb der Werkstatt befand. Sie stellte zudem mehrere Schusswaffen sicher. Einige Tage später verhaftete sie zudem einen Bekannten des Opfers.

Den 42-jährigen Bosnier nahm die Polizei schliesslich rund 10 Tage nach dem Tötungsdelikt fest. Er betrieb 100 Meter vom Tatort entfernt ein Taxiunternehmen. Der Schwager und der Bekannte kamen nun wieder auf freien Fuss. Gegen sie sind die Ermittlungen schon seit Langem eingestellt worden, wie Elisabeth Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, erklärt.

Stattdessen habe sich im Laufe der Ermittlungen der Tatverdacht gegen die beiden Beschuldigten erhärtet. Wann es zur Gerichtsverhandlung vor dem Bezirksgericht Aarau kommt, ist noch unklar. (pz)