Erlinsbach AG
Monika Schenker will Gemeindepräsidentin werden: «Ich bin eine Macherin»

Bald ist das Erzbachtal wohl komplett in weiblicher Hand: Monika Schenker (52, CVP) will Gemeindepräsidentin werden.

Nadja Rohner
Merken
Drucken
Teilen
Monika Schenker (52, CVP) will Gemeindepräsidentin werden

Monika Schenker (52, CVP) will Gemeindepräsidentin werden

Sandra Ardizzone
Schenker Erlinsbach Monika Schenker, Kandidatin fürs Präsidium des Erlinsbacher Gemeinderats. Fotografiert vor dem Kinderhort Kilbighuus in Erlinsbach, den sie als Gemeinderätin mit aufgegleist hat.

Schenker Erlinsbach Monika Schenker, Kandidatin fürs Präsidium des Erlinsbacher Gemeinderats. Fotografiert vor dem Kinderhort Kilbighuus in Erlinsbach, den sie als Gemeinderätin mit aufgegleist hat.

Sandra Ardizzone

Eben erst wurde in Erlinsbach SO Madeleine Neumann (49, FDP) zur neuen Gemeindepräsidentin gewählt. Und in Erlinsbach AG, wo der Urnengang im September stattfindet, hat sich bisher einzig Gemeinderätin Monika Schenker-Eisenring (52, CVP) für das Präsidium beworben.

Konkurrenz ist nicht in Sicht. Gut für Schenker – sie wird in der heissen Phase des Wahlkampfs nämlich ihre Tochter besuchen, die derzeit in den USA lebt. Doch angesichts dessen, dass sie vor vier Jahren mit dem besten Resultat aller Kandidaten erneut in den Gemeinderat gewählt wurde, dürfte ihr Rückhalt im Dorf auch ohne Wahlkampfgetöse gross sein.

Im Quartierlädeli aufgewachsen

Monika Schenker ist in Aarau aufgewachsen, am Herzogplatz. Ihre Eltern führten dort das kleine Lebensmittelgeschäft. «De Isering», die Familie Eisenring, die kennt man in der Stadt. «Meine drei Geschwister und ich mussten uns im Quartier immer anständig verhalten.

Die Mutter daheim im Laden erfuhr sonst sofort, wenn wir es nicht taten», erzählt Schenker mit einem Schmunzeln. Oft mussten die Kinder mithelfen, etwa bei Hauslieferungen. «Uns wurde der Dienstleistungsgedanke in die Wiege gelegt. Die Eltern haben uns beigebracht, dass wir von den Kunden leben.»

Keine Kampfwahl: Fünf Sitze, fünf Kandidaturen

In Erlinsbach haben sich fünf Kandidierende für die fünf Gemeinderatssitze angemeldet:

Neben Monika Schenker (52, CVP, neu als Präsidentin) sind das die Bisherigen Roberto Heller (52, SVP, neu als Vize) und Heinz Pfluger (55, parteilos) sowie die Neuen Eduard Bircher (41, SVP) und Bruno Zimmermann (37, FDP).

Die Gemeinderätin bezeichnet sich selber als offen und kommunikativ. Sie habe ein «Gspüri» für die Menschen und könne gut beobachten. «Vor allem bin ich eine Macherin, die lieber anpackt und umsetzt, als nur Papiere zu produzieren.» Nach der Schule absolvierte sie eine Lehre in der Pflege, arbeitete erst am Kantonsspital und später im Krankenheim Laurenzenbad, hatte Führungspositionen inne.

Job im Familienunternehmen

Als die Töchter kamen – heute sind sie 24 und 21 – stieg Schenker im eigenen Betrieb ein. Ihrem Mann Christoph gehört in dritter Generation die Schenker Hydraulik AG. Ein Unternehmen mit Niederlassungen in Erlinsbach, Däniken, Bad Säckingen sowie – unter dem Namen Birrer Hydraulik – im luzernischen Buttisholz.

Die Firma hat früher hauptsächlich Spitalbetten verchromt, heute macht sie Galvanisierungen sowie Unterhaltsarbeiten im Bereich Hydraulik, Dichtungstechnik, Pumpen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen über 50 Mitarbeitende. Monika Schenker ist für Personaladministration, Buchhaltung und Inkasso zuständig. Der Beruf würde sich gut mit dem Amt als Gemeindepräsidentin vereinbaren lassen, findet sie. Und es bleibt noch Zeit für Hobbys, wie etwa segeln, lesen, snowboarden oder biken.

«Innerhalb der Region mithalten»

Fast acht Jahre ist Schenker schon Gemeinderätin. Dass sie diesen September für das Präsidium kandidieren würde, hat sich schon länger abgezeichnet. An einer Klausur zu Thema Gemeinderatswahlen 2017 vor zwei Jahren haben zwei Gemeinderatsmitglieder – Präsident Markus Lüthy und Vize Hans-Rudolf Hubeli – angekündigt, dass sie nicht zur Wiederwahl antreten werden.

Zwei weitere (Roberto Heller, Heinz Pfluger) kandidieren zwar wieder, wollen aber das Präsidium nicht übernehmen. Monika Schenker jedoch hat Lust auf mehr. Sie will sich für ein «weiterhin lebenswertes Erlinsbach für alle Generationen» einsetzen, wo «Nachbarschaft gepflegt wird», wo es starke Vereine gibt, wo sich die Leute gerne engagieren, selbst wenn sie nicht direkt betroffen sind.

«Die Schule, die Post und die Einkaufsmöglichkeiten müssen im Dorf bleiben. Und das Gewerbe muss gestärkt und unterstützt werden – mit guten Rahmenbedingungen und ohne zusätzliche Hürden beispielsweise im Baubewilligungsverfahren.» Der Steuerfuss, heute bei 98 Prozent, soll «so bleiben, dass wir innerhalb der Region mithalten können».

Fusion mit Erlinsbach SO?

In den Legislaturzielen für die nächste Amtsperiode ist eine mögliche Fusion mit Erlinsbach SO als «Vision» vermerkt. Eine Träumerei? «Man sagt immer, das gehe nicht, weil der Kanton Solothurn keine Gemeinde ziehen lassen würde», so Schenker. «Aber wenn man das wirklich will, muss man halt das Gespräch mit den Kantonen suchen.

Vor 30 Jahren haben wir die Oberstufen zusammengelegt – auch da hat es zuerst geheissen, das sei unmöglich.» Für sie ist klar: Zwei Gemeinden, welche Schule, Feuerwehr, Altersheim, Bauamt und diverse Kommissionen gemeinsam führen und räumlich so zusammengewachsen sind, müssten eigentlich fusionieren.

«Die beiden Erlinsbach bilden zusammen eine siedlungsmässige Einheit im Erzbachtal und sind nicht nur Schwestergemeinden mit einer Kantonsgrenze dazwischen», sagt sie. «Wir arbeiten seit Jahrzehnten eng zusammen. Darum wird eine Fusion mehr und mehr zu einem Thema.» Eine Bevölkerungsbefragung hat kürzlich ergeben, dass die Bevölkerung beider Erlinsbach das grossteils auch so sieht.

«Haben keine grösseren Probleme»

In der Umfrage wurden auch andere Anliegen geäussert, wie etwa Massnahmen zur Stärkung der Verkehrssicherheit. Damit rennt man offene Türen ein: «Wir haben bereits eine breit abgestützte Verkehrskommission eingesetzt, die den bestehenden Massnamenplan überarbeitet und aktualisiert», sagt Schenker.

«Wir wollen die Schwachstellen erheben und dann geeignete Massnahmen umsetzen, im Interesse aller Verkehrsteilnehmer, vor allem auch der Schulkinder.» Und zur geäusserten Kritik am Dorfbild sagt sie: «Es wurde sehr viel gebaut in den letzten Jahren. Die Gemeinde hat sich entsprechend entwickelt. Das Bauland geht zur Neige und neue Einzonungen sind kaum möglich. Es ist jedenfalls nicht die Idee, dass wir immer grösser werden.» Insgesamt sei «die Mehrzahl der Leute sehr zufrieden mit der Gemeinde», sagt Schenker. «Wir haben keine grösseren Probleme.»