Dieses Geschäft hat es in sich: Der Suhrer Ortsbürgergemeindeversammlung vom 7. Juni liegt ein Antrag vor, «im Grundsatz festzulegen, dass eine vertragliche Zusammenarbeit des Forstbetriebs Suhr-Buchs mit dem Forstbetrieb Gränichen weiter zu verfolgen» sei. Es seien die nötigen Grundlagen zu erarbeiten und einer späteren Ortsbürgergemeindeversammlung zum Entscheid vorzulegen. Gleichzeitig mit dem Grundsatzentscheid soll in diesem Zusammenhang am 7. Juni ein Nachtragskredit von 10 000 Franken gesprochen werden.

Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Behörden- und Ortbürgervertretern der involvierten Gemeinden traf sich schon 2017 zu fünf Sitzungen. Fachlich begleitet wurde sie vom Oltner Forstingenieurbüro Hasspacher & Iseli. Dabei wurden die Chancen und Risiken eines gemeinsamen Betriebs der beiden Forstbetriebe analysiert.

Der Grundsatzentscheid über die Weiterverfolgung des Projekts hätte eigentlich schon im November 2017 den Gemeindeversammlungen der beteiligten Gemeinden vorgelegt werden sollen. «Wegen der heiklen politischen Lage in Suhr», heisst es in den Unterlagen für die kommende Ortsbürgergemeindeversammlung, habe dies der Suhrer Gemeinderat jedoch im August 2017 abgelehnt. Damit stoppte er einstweilen alle weiteren Arbeiten – auch in den andern beteiligten Gemeinden.

Es geht um den «Zukunftsraum»

Mit «heikel» ist die in Suhr verhältnismässig heftige Diskussion der Frage «Fusion oder verstärkte interkommunale Zusammenarbeit» gemeint. Beim Fusionsprojekt «Zukunftsraum Aarau» gibt es in Suhr, wie der Prozess bisher gezeigt hat, zwei ungefähr gleich starke Lager. An der Ortsbürgerversammlung wurde dann «die zeitnahe Wiederaufnahme des Themas» angeregt.

Dass nun ein Zusammengehen der Forstbetriebe Suhr-Buchs und Gränichen-Unterkulm zur Diskussion steht, ist letztlich einer Fusion zweier Einwohnergemeinden zu «verdanken»: jener von Aarau und Rohr im Jahr 2010.

In der Folge trat Aarau in den seit 2004 bestehenden Gemeindevertrag über den Forstbetrieb Suhr-Buchs-Rohr ein. Schon 2013 kündigte Aarau indessen die Mitgliedschaft. Damit verblieben Suhr und Buchs als einzige Vertragspartner. Eine «Einverleibung» des Forstbetriebs Suhr-Buchs in den Forstbetrieb Aarau schlossen die beiden Gemeinden aus.

In dieser Situation erinnerte man sich in Suhr daran, dass die Forstbetriebs- und die Ortsbürgerkommission seit Jahren schon engen Kontakt zu den Nachbarn im Süden gepflegt hatten. Die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Gränichen-Unterkulm sei «bereits in früheren Amtsperioden andiskutiert» worden, heisst es im aktuellen «Gmeindsbüechli».

Ebenfalls diesem zu entnehmen ist, was die letztjährigen Vorarbeiten an den Tag gebracht haben: Eine enge Zusammenarbeit der beiden Forstbetrieben auf der Basis eines Gemeindevertrags steigere den Umfang und die Breite der betrieblichen Ressourcen beträchtlich.

Damit erhöhten sich «die Chancen zur Flexibilisierung, Ausweitung und qualitativen Weiterentwicklung der betrieblichen Leistungserteilung und damit auch die Potenziale für Kostenminderungen». Der Forstbetrieb Suhr-Buchs umfasst 624 ha Wald, der Forstbetrieb Gränichen-Unterkulm 962 ha. Die beiden Forstbetriebe betreuen zudem insgesamt 125 ha Privatwald.

Gemeinderat sieht Vorteile

Der Gemeinderat steht dem Projekt positiv gegenüber. Er sieht «für die Zukunft durchaus Chancen und Vorteile eines gemeinsamen Forstbetriebs Suhr-Buchs mit Gränichen-Unterkulm gegenüber der heutigen forstbetrieblichen Organisation». Im Übrigen habe Suhr bisher «mit allen Nachbarn gute Erfahrungen gemacht mit Gemeindeverträgen, beispielsweise bei Themen wie Schule, Schwimmbad, Jugendarbeit oder Bevölkerungsschutz».