Aarau
Mobimo war zuerst skeptisch, heute ist sie von der Zwischennutzung begeistert

Die Immobilienfirma Mobimo findet nur lobende Worte für das Atelier Bleifrei in Aarau. Im Interview sagt der Leiter Immobilienentwicklung, man möchte vom Künstler nun sogar ein Werk fürs neue Quartier, das im Torfeld Süd entstehen wird.

Sabine Kuster
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Das Atelier Bleifrei in einer Garage an der Buchserstrasse. nina amann

Das Atelier Bleifrei in einer Garage an der Buchserstrasse. nina amann

Nina Amann

Die Immobilienfirma Mobimo war nicht sonderlich begeistert, als der Aarauer Künstler Tizian Baldinger vor drei Jahren fragte, ob die leerstehende Tankstelle an der Buchserstrasse zu mieten sei. Zweck: Moderne Kunst und Partys. Es folgten längere Verhandlungen.

Jetzt, drei Jahre später, tönt es ganz anders: Stefan Dambacher, Leiter Immobilienentwicklung bei der Mobimo zeigt sich begeistert. Was er sagt, hört sich an wie eine gelungene Zwischennutzung. Allerdings war dazu gemäss Rückmeldungen auch eine grosse Toleranz in der Nachbarschaft nötig.

Herr Dambacher, wie erlebten Sie die Zwischennutzung?

Stefan Dambacher: Der Kontakt war und ist sehr freundschaftlich. Ich habe selbst Parties im Atelier Bleifrei besucht. Heute duzen wir uns. Ausserdem haben wir Tizian Baldinger beauftragt, für die neue Aeschbachhalle ein Kunstobjekt zu machen. Das Atelier war eine super Brutstätte für junge Künstler. Manche ziehen jetzt in ein eigenes Atelier, wie ich gehört habe. Sie werden selbstständig und lösen sich vom Kollektiv.

Sie waren offenbar nicht von Anfang an begeistert.

Am Anfang war auch noch nicht klar, was dort entsteht. Allerdings war ich dann noch nicht dabei und kann dazu nichts Genaueres sagen.

Wie haben die Anwohner reagiert?

Meines Wissens wurden sie nicht allzu stark gestört. Ich weiss diesbezüglich jedenfalls von keinen Reklamationen.

Jetzt weicht das Bleifrei den Baggern.

Wir haben nach einem alternativen Standort gesucht, aber leider keinen gefunden. Andererseits: Wenn eine Zwischennutzung dauerhaft bleibt, wird sie spiessig. Das Provisorische macht ja gerade den Reiz aus.

Sie hatten kürzlich in einer anderen Liegenschaft eine Hausbesetzung. Wie haben Sie da reagiert?

Die Besetzer gingen freiwillig wieder. Das Haus war einsturzgefährdet und gefährlich. Wir haben es abgeriegelt.

Eine Velowerkstatt, die in einer weiteren Liegenschaft eingemietet ist, hat eine Verlängerung der Miete beantragt und kann nun bis September bleiben.

Wir müssen mit den Mietern auf Sicht fahren und kurzfristig planen. Aber jetzt läuft die Planungsmaschine im Torfeld Süd auf Hochtouren.

Haben Sie weitere Liegenschaften, die Sie zwischenzeitlich nutzen lassen könnten?

Nein, ein anderes Industrieareal verwalten wir im Moment nicht.

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