Gabriel da Silva trat bereits in verschiedenen Kurz- und Kinofilmen in Klein- und Nebenrollen in Erscheinung. Der schweizerisch-brasilianische Doppelbürger durfte auch schon in der SRF-Fernsehserie «Der Bestatter» eine Kostprobe seines schauspielerischen Könnens abgeben.

Nun spielt der 28-jährige Absolvent einer Schauspielschule erstmals in einem grösseren Filmprojekt eine Hauptrolle. Das Besondere dabei: Er ist auch der Drehbuchautor des Spielfilms «Der lautlose Schrei».

Da Silva wagt sich in seinem Filmdebüt an das anspruchsvolle Thema «Mobbing» heran. Schauplatz der Handlung ist ein elitäres Gymnasium in Aarau, in dem verwöhnte Teenager aufzeigen, wie weit es kommen kann, wenn Gruppendynamik den gesunden Menschenverstand an den Rand drängt.

Mobbing und Amokläufe

Weltweit sorgen Amokläufe an Schulen immer wieder für Schlagzeilen, oft wurden sie angekündigt, jedoch nahmen in der Vergangenheit die Verantwortlichen der Schulen und Institutionen diese Warnsignale zu wenig ernst, und so kam es dann zu den Katastrophen. Die späteren Nachforschungen zeigten klar auf, dass soziale Ausgrenzungen und Mobbing die Hauptgründe dafür waren, dass Schüler zu Tätern mutierten.

Die Idee, die Themen «Mobbing» und «Amokläufe in Schulen» in einem Spielfilm umzusetzen, ging Gabriel nicht mehr aus dem Kopf. Und so schrieb er schliesslich ein entsprechendes Drehbuch. Bis er sich dann allerdings an die filmische Umsetzung wagen konnte, galt es zuerst, die Finanzierung sicherzustellen.

Wichtige Rollen für junge Talente

«Der lautlose Schrei» entsteht als sogenannte Low-Budget-Produktion. Da ist es erfahrungsgemäss nicht einfach, gute Leute für die Zusammenarbeit zu engagieren. Entsprechend war Gabriel da Silva mit seinem Verein Difference Pictures gefordert.

Dank Enthusiasmus und einem breiten Netzwerk gelang es eine Handvoll Sponsoren vom Filmprojekt zu überzeugen. Ebenfalls durfte sich da Silva auf die Unterstützung seiner Familie und von Freunden verlassen.

Anspruchsvoll war das gesamte Casting, da nur sehr begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung standen. Und so besetzen jetzt hauptsächlich junge, hoffnungsvolle Talente die Haupt- und wichtigsten Nebenrollen. Des Weiteren spielen aber viele langjährige Profi-Schauspieler in den Rollen der Lehrkräfte und Eltern mit. Gabriel da Silva hat alle Mitwirkenden anhand von Videobewerbungen und darauf folgenden Einladungen rekrutiert.

Am Filmset steht nun eine Crew von insgesamt 35 Leuten im Einsatz. Dazu kommen je nach Szene verschiedene Statisten. Unter anderem eine Spezialeinheit der Kantonspolizei Aargau und der Rettungssanität des Kantonsspitals Zofingen. Insgesamt wird an gut 60 Tagen gedreht.

Fiktiv, aber nahe an der Realität

Zur Handlung seines Premierenwerkes möchte da Silva zum jetzigen Zeitpunkt nicht allzu viel verraten. Die Spannung solle bewahrt bleiben. Das Thema dürfte mit Sicherheit ein breites Publikum interessieren, ist der junge Filmemacher überzeugt und ergänzt: «Mein Ziel ist es, das anspruchsvolle Thema actionreich und unterhaltsam, aber auch informativ umzusetzen. Das Publikum möchte ich zum Nachdenken anregen.»

So viel sei aber jetzt schon zum Inhalt verraten: Der Film basiert auf einer fiktiven Handlung, welche aber diverse Realitäten spiegelt. Der von da Silva gespielte Amokläufer ist selber ein Opfer. Massives Mobbing seiner Mitschülerinnen und Mitschüler führen schliesslich dazu, dass er derart in die Enge getrieben wird und sich schliesslich brutal rächt. Darüber hinaus erzählt der in Mundart gesprochene Film aber auch eine romantisch-tragische Liebesgeschichte.

Gabriel da Silva hofft, mit seinem Debütprojekt den Durchbruch zu schaffen. Im Jahr 2017 will er damit an verschiedenen Wettbewerben teilnehmen. «Unser erklärtes Ziel ist es natürlich, dass es ‹Der lautlose Schrei› in die Kinos schafft», zeigt er sich hoffnungsfroh.