Das 1,2 Hektaren grosse Areal liegt im Dorfzentrum, südlich von Tramstrasse und Gemeindehaus, in der Kernzone 4 mit Gestaltungsplanpflicht. Und jetzt, wo sich das Zentrum mehr und mehr in Richtung Bahnhof und Suhre-Park verschiebt, ist es soweit: Auf der Bauverwaltung liegt bis zum 7. Februar der Gestaltungsplan «Mitteldorf» auf.

Dieser bezweckt «eine gesamthaft geplante, qualitativ hochstehende Lösung für die Überbauung, die Freiräume, die Erschliessung und die Parkierung, die dem ortsbaulich unterschiedlichen Umfeld und der zentralen Lage des Areals gerecht wird».

Es geht um den Bereich im Viereck Tramstrasse, Anna-Heer-Strasse, Obere Dorfstrasse und Metzgergasse. Der Planungsperimeter ist in drei Areale (A, B und C) unterteilt. Gemäss Bau- und Nutzungsordnung soll die Wohnnutzung überall mindestens einen Drittel ausmachen.

Das Richtprojekt der Architekten Bau/Form AG, Olten, beinhaltet eine gestaffelt realisierbare Überbauung mit acht Häusern. Nicht zum Planungsperimeter zählen zwei bebaute Parzellen an der Ecke Metzgergasse, Obere Dorfstrasse.

Areal A besteht aus jenen Parzellen an Metzgergasse und Tramstrasse, die sich im Besitz der Genossenschaft Migros Aare und der Möbel-Pfister AG befinden.

Areal B ist, abgesehen von einem leerstehenden ehemaligen Bauernhof, der abgebrochen werden soll, weitgehend unbebaut. Die beiden Parzellen hat die Etra Immobilien AG, Basel, in der Absicht erworben, darauf Neubauten, hauptsächlich zu Wohnzwecken zu erstellen. Der Wohnanteil muss hier mindestens 75 Prozent der anrechenbaren Geschossfläche betragen.

Areal C umfasst die zwei Parzellen unmittelbar südwestlich der Migros an der Metzgergasse. Hier gilt ein Wohnanteil von mindestens 50 Prozent. Anzunehmen ist, dass der Gestaltungsplan auf diesem Areal erst langfristig umgesetzt wird.

Ladenflächen maximal 800 m2

Der Gestaltungsplan sieht auch Gewerbe- und Dienstleistungsnutzungen sowie Verkaufsflächen von 800 Quadratmetern Umfang auf dem Areal A vor. Die Verkaufsflächen werden auf einen Drittel der anrechenbaren Geschossfläche beschränkt.

Eine höhere Verkaufsnutzung, so die Begründung, würde die Kapazität der erschliessenden Verkehrswege übersteigen. Die auf dem Areal A bestehenden Bauten werden heute grösstenteils gewerblich genutzt.

Fünf Wohnbauten konkret geplant

Konkrete Bauabsichten hegt derzeit jedoch nur die Etra Immobilien AG auf dem ihr gehörenden, rund 0,7 Hektaren umfassenden Areal B. Das Richtprojekt der Architekten Bau/Form AG sieht hier fünf Mehrfamilienhäuser (vier Geschosse plus Attika) in zwei Reihen vor, zwischen denen ein Geh- und Radweg verläuft – von der Oberen Dorfstrasse via einen Innenhof auf dem Areal A zur Tramstrasse.

Ein öffentlicher Geh- und Radweg ist auch zwischen Anna-Heer-Strasse und Metzgergasse vorgesehen. Verwirklichen lässt er sich aber erst, wenn klar ist, was auf dem Areal A dereinst passiert.

Hier, im Bereich Tramstrasse – Metzgergasse, der von besonderem öffentlichem Interesse ist, lässt sich zurzeit aber bei keinem Eigentümer eine konkrete Absicht erkennen, einen Neubau zu realisieren. Das Richtprojekt dagegen sähe zwei neue Gebäude vor.

Im gesamten Planungsperimeter gilt eine maximale Fassadenhöhe von 14 Metern – ausser im Innern des Areals A (5 Meter).

Zusätzliche Attikageschosse sind zulässig. Ein anderes zusätzliches Geschoss, wie es die Verordnung zum Baugesetz zuliesse, wird dagegen nicht akzeptiert. Die Erschliessung für den motorisierten Verkehr erfolgt via Metzgergasse, Obere Dorfstrasse und Anna-Heer-Strasse, nicht aber via Tramstrasse.

Die Parkfelder für Bewohner, Beschäftigte, Besucher und Kunden sind im Wesentlichen unterirdisch zu erstellen. Oberirdische Parkfelder sind nur innerhalb bestimmter beschränkter Erschliessungszonen zulässig.

Keine geschützten Bauten

Keines der auf dem Areal bestehenden Gebäude ist kantonal oder kommunal als schützenswert eingestuft, auch nicht das zum Bauernhaus gehörende Stöckli aus dem 19. Jahrhundert.

Dasselbe gilt für den Fabrik- und Gewerbebau an der Tramstrasse 7. Auch er stammt aus dem vorletzten Jahrhundert und zählt zu den das Suhrer Ortsbild prägenden historischen Bauten. Der Verzicht auf kommunalen Schutz liegt in der Kompetenz der Gemeinde.

Die Abteilung Raumentwicklung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt hat die Vorlage vorgeprüft und ist zum Schluss gekommen, sie erfülle die Genehmigungsanforderungen. Ein vorbehaltloser Genehmigungsantrag könne in Aussicht gestellt werden, heisst es im Vorprüfungsbericht.

Die Entwürfe samt Erläuterungen und Vorprüfungsbericht können bis zum 7. Februar auf der Bauverwaltung eingesehen werden. Jedermann kann im Mitwirkungsverfahren Hinweise und Vorschläge eingeben. Wer ein schutzwürdiges eigenes Interesse hat, kann innerhalb der Auflagefrist auch Einwendungen deponieren.

Am Mittwoch, 18. Januar, 19 Uhr findet im Musikzimmer des Gemeindehauses ein Informationsanlass statt, an dem der Gestaltungsplan vorgestellt und erläutert wird.