Aarau
Mit Waldkindergarten sollen in Aarau Investitionen gebremst werden

Die Kindergärten werden in Aarau zum Dauerbrenner. Statt eines Neubaus im Binzenhof will die FDP-Einwohnerratsfraktion einen Waldkindergarten durchsetzen – aus Kostengründen.

Hubert Keller
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Bald auch in Aarau? Im Waldkindergarten wird in und mit der Natur gelernt.

Bald auch in Aarau? Im Waldkindergarten wird in und mit der Natur gelernt.

LT

Am nächsten Dienstag wird sich weisen, ob es Hans Ulrich Locher gelungen ist, die 1400 Unterschriften für sein Referendum gegen das knapp vier Millionen teure Kindergarten-Projekt im Scheibenschachen zusammenzubringen. Bereits am Montagabend will die FDP-Fraktion den Einwohnerrat überreden, den Projektierungskredit für einen neuen Kindergarten Binzenhof zurückzuweisen. Einwohnerrätin Martina Suter ist überzeugt, dass der Zeitpunkt ideal sei, um sich über die Einführung eines Waldkindergartens in Aarau Gedanken zu machen. Deshalb sei das Neubau-Projekt auf Eis zu legen.

In beiden Fällen wird mit der finanziellen Lage der Stadt argumentiert. Locher findet 4 Millionen Franken für die drei neuen Kindergärten im Scheibenschachen schlichtweg überrissen. Martina Suter rechnet vor, dass im Binzenhof 1,2 Millionen Franken Investitionskosten eingespart würden.

Waldkindergarten als Puffer

Bis letzten Sommer befanden sich an den Standorten Gönhard, Goldern und Binzenhof je zwei Kindergarten-Abteilungen. Als Übergangslösung wurde am Standort Gönhard in einem Provisorium eine siebte Abteilung eröffnet. Dieses Provisorium muss bis 2017 geräumt werden. Es wird als Ausweichmöglichkeit gebraucht, wenn die Bauarbeiten für Primarschule und Kindergarten beginnen.

«Das passt perfekt», meint Martina Suter. «Da bei einem Waldkindergarten kaum bauliche Massnahmen anfallen und die Organisation allenfalls sogar bis zum Schuljahr 2016/17 erfolgen kann, ist der vom Stadtrat vorgegebene Zeitplan für die vorgesehenen Schulbauten gut einhaltbar.» Da die Kinderzahlen jährlich variierten, könne der Waldkindergarten als Puffer dienen.

Der Waldkindergarten bringe nicht nur Kostenersparnisse, sondern sei, von Pädagogen und Kinderärzten bestätigt, ein grosser Gewinn für das Kind, argumentiert Suter.

Als Musterbeispiel hebt sie Baden hervor, wo rund 170 Kinder in Waldspielgruppen, Waldkindergärten und Waldschulen (erste und zweite Klasse) betreut würden. In Baden zahlen die Eltern 560 bis 950 Franken pro Monat. Auch das hindere sie nicht, ihre Kinder in den Waldkindergarten zu schicken. Kostenlos seien die Waldkindergärten Windisch, Zofingen, Magden und bald auch in Wettingen.

Gemäss Einwohnerrätin Suter soll die Waldkindergruppe im Binzenhof als Pilotprojekt starten. Würden damit gute Erfahrungen gemacht, könnte eine weitere Gruppe in einem anderen Quartier aufgezogen werden, zum Beispiel in der Telli.

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