Aarau
Mit PET-Kübeln gegen überquellende Abfallhalden auf Stadtgebiet?

Anders als Glas, wird PET nur von Läden gesammelt. Die Aarauer Einwohnerrätin Therese Dietiker will vom Stadtrat wissen, warum es keine PET-Kübel gibt. Sie möchte mit den Kübel die überquellenden Abfallhalden eindämmen

Sabine Kuster
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Die Schweizer Haushalte sind nicht nur im Sammeln von Alu Weltmeister, sondern auch von PET-Flaschen. 90 Prozent landen laut dem Verein PET-Recycling Schweiz in der Wiederverwertung. Dabei handelt es sich vor allem um die voluminösen 11⁄2-Liter PET-Flaschen.

Bei der Sammlung der kleinen Flaschen ist die Bilanz längst nicht so gut: Ausserhalb der eigenen vier Wände werden nur 60 Prozent der PET-Fläschchen recycelt. Für EVP-Einwohnerrätin Therese Dietiker würde es deshalb Sinn machen, wenn auf Stadtgebiet PET-Sammelbehälter stünden. In ihrer Anfrage an den Stadtrat heisst es: «Auch in der Stadt kennen wir die überquellenden Abfallhalden. Könnten diese nicht ähnlich wie am Bahnhof zugunsten eines sinnvollen Recyclings mit PET-Sammelstellen entlastet werden?»

Tatsächlich sind nur Läden zum PET-Sammeln verpflichtet. Das ist überraschenderweise auch im Sinne der Wiederverwerter. Lukas Schumacher von PET Recycling Schweiz sagt: «Wir empfehlen grossen Gemeinden, eher keine öffentlichen Sammelstellen einzurichten.» Dies, weil es in grossen Gemeinden genug private Sammelstellen gebe und weil öffentliche meist unbewacht seien. «Das ist ein Problem», sagt Schumacher weiter. In unbewachten Sammelstellen werde zu viel anderer Abfall in die Recycling-Kübel geworfen, Und PET, das nicht wie Glas auf über
1000 Grad erhitzt wird, muss eine höhere Reinheit aufweisen, damit es wiederverwertet werden kann. PET-Sammlungen mit viel Fremdgut müssen aufwendig aussortiert werden und rentieren deshalb weniger.

Therese Dietiker stört sich aber daran, dass es somit im öffentlichen Raum bloss Einheits-Kübel gibt – so wie es in den 60er-Jahren noch in den Haushalten der Fall war. «Dies finde ich persönlich überholt», so Dietiker. «Ich möchte dem Bauamt einen Anstoss geben, sich mit der PET-Sammlung zu befassen.»