Oftringen
Mit «Meister Proper» gegen zunehmendes Littering

Zur Beseitigung des zunehmenden Litterings auf dem Gemeindegebiet hat Oftringen eine neue Stelle geschaffen. Tobias Traber entsorgt nun täglich den Abfall, das Problem bleibt aber bestehen.

Rosmarie Lippuner
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Tobias Traber

Tobias Traber

Aargauer Zeitung

Tobias Traber, Werkhofmitarbeiter der Gemeinde Oftringen, ist seit Beginn des Jahres zuständig für die Sauberkeit im öffentlichen Raum. Zweimal wöchentlich startet er mit dem Putzfahrzeug, Schaufel und Besen auf seine rund anderthalb Tage dauernde Tour. Dabei verrichtet er Arbeiten, die die Verursacher eigentlich selbst verrichten könnten: Er entsorgt Abfall, den andere einfach wegwerfen. Die Tour führt ihn zuerst zu den Schulhäusern, vorab zum Schulhaus Oberfeld, der grössten Schulanlage in Oftringen. Hier benötigt er allein bis zu zwei Stunden Zeit, um den herumliegenden Kehricht aufzusammeln und die elf Abfalleimer zu leeren.

Viel Abfall, aber leere Kübel

«Die Abfalleimer sind oft beinahe leer», ärgert sich Tobias Traber, «aber der herumliegende Müll dafür umso umfangreicher.» Vor allem Kinder und Jugendliche würden alles einfach wegwerfen, sei es aus Mangel an Erziehung, aus Bequemlichkeit oder einfach Gleichgültigkeit.

Dass das Litteringproblem an Punkten wie Schulhäusern, Sport- und Parkanlagen besonders gross ist, bestätigt auch Gemeindeammann Julius Fischer. Aufgrund der zunehmenden Vermüllung auf öffentlichem Raum erarbeitet die Kommission für Abfallbewirtschaftung einen Massnahmenkatalog zur Bekämpfung des Litterings. Erste Massnahmen wurden bereits umgesetzt: So wurde beispielsweise an den Schulen diesen Frühling ein «Litteringtag» durchgeführt, mit dem Ziel, die Kinder für das Thema Sauberkeit zu sensibilisieren. Der Gemeinderat Oftringen sah sich auch gezwungen, für die Sauberkeit im öffentlichen Raum ab Januar 2010 zusätzliche Stellenprozente zu bewilligen.

Einfach in den Wald gekippt

Mit Tobias Traber fand die Gemeinde einen Mitarbeiter, der mit der Situation in Oftringen bestens vertraut ist, hatte er doch seine Lehre als Betriebspraktiker im Dienstleistungsbetrieb Oftringen absolviert.

Nach der Schulhausrunde leert Tobias Traber sämtliche öffentlichen Abfalleimer in der Gemeinde, die Robidog-Kästen, sammelt Abfall ein um Bushaltestellen, bei den Quartiersammelstellen und in den Fussgängerunterführungen. Es kommt auch immer wieder vor, dass Abfall einfach in den Wald gekippt wird.

Laut Vizeammann René Wullschleger passiert dies oft im Gebiet Lauterbachstrasse/Tanngraben. «Wenn Müll gefunden wird, wird dieser dem Sicherheitsdienst zur Prüfung übergeben, um den Täter zu eruieren», sagt Wullschleger. Falls festgestellt werde, woher der Müll kommt - was immer öfter der Fall sei -, wird die fehlbare Person verzeigt und muss mit einer Busse bis zu 500 Franken rechnen. «Gerade diese Woche liegen dem Gemeinderat zwei aktuelle Fälle vor», weiss Wullschleger.

Liegenlassen ist keine Lösung

Dass Tobias Traber nun die Gemeinde sauber hält, ist ein zweischneidiges Schwert. «Die Leute werfen nun noch mehr Abfall auf den Boden, weil sie denken, dass es ja mein Job sei, für Ordnung zu sorgen», sagt Traber. «Am liebsten würde ich die Abfallsünder jeweils zum ‹Fötzele› verdonnern.» Traber erlebt aber auch viel Positives. «Die Reaktionen aus der Bevölkerung zeigen, dass man trotz der Verärgerung über die Vermüllung andererseits froh ist, dass diese undankbare Aufgabe von jemandem erledigt wird.»